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2013  
29.01.2013 „Berufs-Info-Börse hat sich großartig entwickelt“
   
22.01.2013 BerufsInfoBörse am 5. Februar in Friedrichshafen
   
2006  
05.05.2006 Buch für Häfler und Reig'schmeckte - Buch mit Begleit-DVD
   
2004  
22.01.2004 Neuer Kreisfilm - Umfassende und dennoch kurze Präsentation
   
2002  
05.07.2002 Geister auf der Rampe - Das Zeppelin-Musical "Lakehurst" wurde uraufgeführt.
   
04.07.2002 Der Traum rutscht in den Abgrund - Das Zeppelin-Musical "LAKEHURST" hat Premiere
   
29.06.2002 Zeppelin schwebt durch schwere Zeiten - Nur noch wenige Tage bis zur Premiere
   
21.05.2002 Den Traum gelebt - Das Musical "Zeppelins Reise" feierte am Samstagabend Premiere
   
20.05.2002 Eine kreisrunde Sache - Bejubelte Premiere des Musicals "Zeppelins Reise"
   
16.05.2002 Zeppelin-Musical kurz vor dem Start - Nur noch wenige Tage bis zur Uraufführung
   
16.05.2002 Mit sieben Meilenstiefeln - Am kommenden Samstag ist Premiere von "Zeppelins Reise"
   
28.04.2002 Zeppelin schwebt wieder - Die Reihe der Zeppelin-Musicals geht weiter.
   
25.04.2002 Aber bitte mit Feinschliff- Sie verraten nur soviel: "Alles wird anders".
   
21.03.2002 Zwei mit Mut zum Risiko - Martin Weber und Daniel Müller bringen "Lakehurst" auf die Bühne
   
14.02.2002 Teddyaugen lügen nicht - "Reginald der Jahrhundert-Bär" von Dorothea Bartels und Daniel Müller
   
2001  
29.12.2001 Teddybär überlebt das Ende der Hindenburg - Ein ungewöhnliches Bilderbuch
   
12.12.2001 Meckenbeurer Mithilfe beim bärigen Streifzug durchs 20. Jh. - Reginald der Jahrhundert-Bär
   
04.10.2001 Text und Musik sind schon geschrieben - Die Trilogie der Zeppelin-Musicals ist komplett
   
06.07.2001 Beifallstürme wie auf dem Broadway - Premiere des Luftschiff-Musicals "Zeppelins Traum"
   
06.07.2001 Traumhaft - Kompliment an Martin Weber und Daniel Müller
   
06.07.2001 Köstlicher Gegensatz der Charaktere - Uraufführung mit Standing Ovations gefeiert
   
28.06.2001 Abflug über den großen Teich - "Zeppelins Traum heißt das neue Zeppelin-Musical
   
13.06.2001 Musical-Premiere und doch Fortsetzung: "Zeppelins Traum" - Eckener und die Weltfahrt
   
26.04.2001 Immer gut für eine starke Nummer - Das zweite Zeppelin-Musical in Friedrichshafen
   
26.05.2001 Mit Eckener dem Mythos nachspüren - Musical "Zeppelins Traum"
   
09.02.2001 Statisten gesucht für die Konfetti-Parade - Zeppelin-Musical, Teil zwei: "Zeppelins Traum"
   
2000  
03.12.2000 Lebendige Geschichte voll Pioniergeist - "Herr der Lüfte" in Lüdenscheid
   
14.11.2000 Eckener gibt Stoff genug für eine Fortsetzung - Nach "Herr der Lüfte" Zeppelin-Musical Teil 2
   
12.10.2000 Mit dem Graf auf Musical-Tour - Das Publikum war außer Rand und Band...
   
10.07.2000 Fliegender Reitergeneral feiert rauschende Premiere - Musical "Herr der Lüfte" begeistert
   
28.06.2000 "Herr der Lüfte" trotzt dem Gegenwind - Martin Weber und Daniel Müller in Produktion
   
21.06.2000 Der Herr der Tasten- Daniel Müller verantwortlich für Musical-Produktionsdesign
   
25.01.2000 "100 Jahre Jean Raebel" - eine multimediale Ehrung - Festakt bei der MTU Friedrichshafen
   
22.01.2000 Industriegeschichte als Multimedia-Präsentation - Daniel Müller produziert Mulitmedia-Show
   
19.01.2000 Daniel Müller verfilmt Jean Raebels Leben - einer der Höhepunkte des MTU Festakts
   



2013  
 
29.01.2013

„Berufs-Info-Börse hat sich großartig entwickelt“

Friedrichshafen -  Renate Köster ist Mitorganisatorin der „Berufs-Info-Börse“, die am 5. Februar von 10 bis 15 Uhr im Beruflichen Schulzentrum Friedrichshafen stattfinden wird.

Die Bildungsmesse „Berufs-Info-Börse“ am 5. Februar in der Droste-Hülshoff-Schule findet in diesem Jahr zum zwölften Mal statt. Wie ist es 2002 dazu gekommen?

Im Jahr 2001 habe ich an der Claude-Dornier-Schule einen Mädchen-Technik-Tag veranstaltet. Die Akzeptanz war eher mäßig. Gemeinsam mit dem damaligen Schulleiter der Droste-Hülshoff-Schule, Dr. Udo Sommer, entstand dann die Idee, im Folgejahr an seiner Schule ein Informationsangebot zu machen, das als Zielgruppe junge Menschen beiderlei Geschlechts ansprechen sollte. Was dann ja ab 2002 auch so erfolgte.

Wie hat sich die Messe Ihrer Ansicht nach entwickelt?

Mit einem Wort gesagt: großartig. Wir haben 2002 mit 15 Ausstellern angefangen und sind in diesem Jahr bei der Zahl 64 angelangt. Wenn ich von „wir“ spreche, dann meine ich damit unser Vorbereitungsteam, den Schulleiter Alfons Hehl und seine Kollegin Birgit Neuber-Wernicke. Übrigens steht auf unserem Flyer die Zahl 59 – fünf weitere Interessenten sind nach Drucklegung noch dazukommen, dies wohlbemerkt durch deren eigene Initiative.

Die Droste-Hülshoff-Schule ist mit 64 Ausstellern fast an ihren räumlichen Kapazitäten angelangt. Bleibt's auch in Zukunft beim gleichen Ausstellungsort?

Auf jeden Fall. Ausweichmöglichkeiten wird es auch bei einer noch größeren Zahl von Ausstellern immer geben. Ich denke, dass die Schülerinnen und Schüler, die zu uns kommen, die „schulische“ Atmosphäre schätzen und sich dabei wohl fühlen. Eine Schule als Veranstaltungsort bringt ein Stück Vertrautheit.

Ist die Berufsorientierung heute schwieriger als vor zehn oder 20 Jahren?

Ich denke, ja. Das liegt unter anderem an der Vielfalt der Angebote, an Spezialisierungen, an der Entwicklung völlig neuer Tätigkeitsgebiete und auch daran, dass seitens der Schüler oft zwangsläufig Informationsdefizite bestehen. Eine Infobörse bietet hier ein gutes Forum, diesem Defizit entgegenzuwirken.

Müssen die Aussteller einer Bildungsmesse sich auch den veränderten Bedürfnissen der jungen Generation anpassen?

Die Aussteller tun das mit Sicherheit. Dies ist ja ein Prozess, dem sich jedes Unternehmen, das ausbildet, nicht entziehen kann. Aber auch die junge Generation sollte verinnerlichen, dass die Anforderungen in unserer Berufswelt manchmal nicht mit ihren „Bedürfnissen“ übereinstimmen. Wir haben ja bei der Infobörse ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, bei denen unter anderem genau dieses Thema besprochen wird.

Das Motto der Bildungsmesse ist „Junge Leute – Moderne Berufe“. Heißt das im Umkehrschluss auch, dass „traditionelle“ Berufe unter Jugendlichen eher „out“ sind?

Das kann ich so nicht beurteilen, ich bin ja selbst nicht im schulischen Bereich tätig. Ich denke aber, dass es noch genügend Jugendliche gibt, die einen traditionellen Beruf anstreben, die genau wissen, was sie wollen und ein konkretes Ziel vor Augen haben.

Im vergangenen Jahr gab es im gesamten Bodenseekreis gerade einmal neun neue Gesellen der Bau-Innung und fünf der Maler- und Lackierer-Innung Bodenseekreis. Modern hin oder her: Braucht man nicht auch in Zukunft Maurer oder Maler, um nur ein Beispiel zu nennen?

Man benötigt sie mit Sicherheit. Aber auch in diesen Bereichen gab und gibt es Veränderungen. Zu den Veränderungen kann Ihnen aber am besten die Claude-Dornier-Schule Auskunft geben – sie ist für die Ausbildung in diesen Bereichen verantwortlich.

Kippt die Waage auf eine Seite? Müssen die Arbeitgeber in absehbarer Zeit um aufstrebende Jugendliche „buhlen“?


Die Arbeitgeber werden das bestimmt machen müssen. Die Betonung liegt dabei aber auf dem von Ihnen genannten Wort „aufstrebend“. Arbeitgeber werden auch in Zukunft Wert legen auf junge, engagierte Menschen, die bereit sind, sich den Anforderungen im Arbeitsleben zu stellen.


Fragen: Brigitte Geiselhart


mediaimpuls-Renate-Koester-Suedkurier

Foto: Brigitte Geiselhart


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22.01.2013

12. BerufsInfoBörse am 5. Februar in Friedrichshafen

Was kommt nach der Schule? Antworten auf diese Frage können junge Leute auf der BerufsInfoBörse am Dienstag, 5. Februar 2013 im Beruflichen Schulzentrum Friedrichshafen finden.

Von 10:00 bis 15:00 Uhr wird gezeigt, wie es in einer Schule, Hochschule oder in einem Betrieb weiter gehen kann. In diesem Jahr beteiligen sich über 60 Firmen und Einrichtungen, die über ein breites Spektrum moderner und zukunftsweisender Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe informieren. Auf dem Programm stehen auch Vorträge zu einzelnen Berufsfeldern oder auch der Frage „Was erwartet die Industrie von Bewerbern?“. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler aller Schularten und selbstverständlich auch interessierte Eltern und Lehrkräfte.

Unter dem Motto „Junge Leute - Moderne Berufe“ findet die BerufsInfoBörse in Zusammenarbeit der Droste-Hülshoff-Schule und dem Landratsamt Bodenseekreis bereits zum zwölften Mal statt. Die jährliche Veranstaltung ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Berufsorientierung für junge Menschen in der Region geworden. Der Tag gibt Gelegenheit, Informationen aus erster Hand über Voraussetzungen, Anforderungen, Arbeitsbedingungen, Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten zu erhalten.

Telefonische Auskünfte erteilt Alfons Hehl, Schulleiter Droste-Hülshoff-Schule, Tel.: 07541 7003-550.


BerufsInfoBoerse-Friedrichshafen

Landrat Lothar Wölfle, Renate Köster vom Förderverein der Droste-Hülshoff-Schule, Schulleiter Alfons Hehl und Birgit Neuber-Wernicke, Lehrerin und Frauenbeauftragte der Droste-Hülhsoff-Schule, laden Schülerinnen und Schüler aller Schularten sowie Eltern und Lehrkräfte zur 12. BerufsInfoBörse am 5. Februar 2013 in Friedrichshafen ein (Foto: Landratsamt Bodenseekreis)


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2006  
 
05.05.2006 Buch für Häfler und Reig'schmeckte - Buch mit Begleit-DVD

"Schwaben in Friedrichshafen" - KMG-Schulprojekt beleuchtet das Entstehen des Häfler Dialekts

VON BRIGITTE GEISELHART

Lange hat man darauf gewartet, jetzt ist es da. Das Buch "Schwaben in Friedrichshafen" ist die ultimative Antwort aller bekennenden Häfler an den Rest der Welt und geht der Frage auf den Grund, "Wià d'Hofinger und Buchhorner ihr Seealemannisch verlerned hond." Bei der offiziellen Buchvorstellung in der Aula des Karl-Maybach-Gymnasiums traf man auf viele echte "Schwòbà", aber auch auf solche, die es werden wollen.

Respekt! Was KMG-Lehrer Peter Faul und seinem Team aus Schülern und ausgewiesenen schwäbischen Experten gelungen ist, ist "aller Ehren wert" und weit mehr als ein Schulprojekt, wie KMG-Chef Uwe Beck treffend feststellte. Auf 144 unterhaltsamen und humorvoll geschriebenen Seiten werden die unterschiedlichen Dialektverhältnisse in Friedrichshafen beleuchtet.

Zum Buch gehört auch ein DVD-Video, produziert von Daniel Müller, das mit Interviews und Erzählungen besondere Hörerlebnisse vermittelt. Auch ist auf Lexikon "Seealemannisch - Stadtschwäbisch" mit über 1600 Wörter zum anhören enthalten.

Hat man in im Hafen immer schon schwäbisch gesprochen? "Nein", sagt Peter Faul, ein gebürtiger Wasseralfinger, der keine Probleme damit hat, sich als " Reig'schmeckter" zu outen. "Über 1400 Jahre war in Buchhorn und Hofen das Seealemannische zu Hause." Durch die einsetzende Industrialisierung und den damit verbundenen Bevölkerungszuzug sei der ursprüngliche Dialekt aber innerhalb des letzten Jahrhunderts weitgehend verdrängt worden. Und weiter: "Des Stadtschwäbisch isch durch die viele Zug'groisde entschdanda."

Sind die "Reig'schmeckte" oder "Zu'roisde" also an allem schuld? Im Gegenteil. Das weiß auch Oberbürgermeister Josef Büchelmeier, der sich nach eigener Aussage gleich ein Buch gekauft hat, "weil ich es nicht ausgehalten hätte, bis ich eines geschenkt bekomme". Dass Friedrichshafen ein "Melting Pot" - wie er ganz unschwäbisch feststelle - ist, habe er ohnehin schon immer gewusst, schmunzelte das Stadtoberhaupt. In Friedrichshafen gibt es eben nicht nur Seelemannen und Stadtschwaben, "sondern auch andere nette Leute, die das Schicksal an den Strand des Schwäbischen Meeres getragen hat."

Vielfältig wie das Leben im Hafen ist auch die bunte Mischung der verschiedenen Beiträge und Menschen, die zu Wort kommen. Kostproben gefällig?

"Wo i sellmòl in dr Wies an dr Oilinger Schdròß Epfelbeim gfällt und d Schdegg rausgmacht hòn", berichtet Fritz-Peter Rau, Häfler Stadtschwabe in der dritten Generation, aus den "G'schidlè seines Großvaddrs." "Hot dr äàbbà äàbàr äábbes dong?" "Heil no, nò muàsch weniger bieslà!" Diese und andere Sprüche kennen Bruno Diesch und seine Frau Antonie noch gut aus ihrer Kindheit. "D Schwòbà sind lang

Wäàga de Schbròòch für dumm ghaldà wòrrà. Drotzdem hend se dà Humor idd vàloorà." Mit dieser Weisheit steht Kerstin Dürnay sicher nicht alleine da. Und mit der Erkenntnis, dass man am Buch "Schwaben in Friedrichshafen" als Häfler nicht vorbeikommen kann.

Das Buch "Schwaben in Friedrichshafen" (mit DVD) ist zum Preis von 19,80 Euro im Sekretariat des KMG, Riedleparkstr. 45, 88045 Friedrichshafen, Tel. 07541/38650 erhältlich.


Schwaben-in-Friedrichshafen-Buch-und-DVD

(Foto: Daniel Müller)



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2004  
   
22.01.2004 Neuer Kreisfilm - Umfassende und dennoch kurze Präsentation

Umfassende und dennoch kurze Präsentation

Friedrichshafen - Für Repräsentationszwecke im In- und Ausland wurde ein Video über den Bodenseekreis mit seiner Landschaft, Infrastruktur und der vielfältigen Kultur produziert. Drei Monate benötigte der Medienproduzent Daniel Müller aus Meckenbeuren um in seiner 24-minütigen Präsentation die Schönheiten des Bodenseekreises in Bild und Filmclip festzuhalten. Der Auftraggeber war Landrat Siegfried Tann.

Ausgeliehen werden kann das neue Kreisvideo "Der Bodenseekreis", auch auf DVD erhältlich, in allen Kreismedienstellen. Gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro gibt es die Präsentation käuflich im Landratsamt Bodenseekreis zu erwerben.

Der neue Kreisfilm stellt eine umfassende und dennoch kurze Präsentation des Bodenseekreises dar. Bereits vor 20 Jahren gab der damalige Landrat Bernd Wiedmann eine Dia-Überblendschau in Auftrag. "Diese ist seit langem technisch sowie optisch überholt", erklärte der Landrat bei der Präsentation des neuen Werkes am vergangenen Dienstag. Lange suchte Tann nach einem geeigneten und kostengünstigen Medienpartner, der eine in Wort und Bild aktuelle Neufassung zu produzieren vermag.

In Daniel Müller hat er schließlich einen Fachmann gefunden. "Für mich war es eine große Herausforderung in einer knappen halben Stunde alle Themen rund um den Bodensee kurz und treffend, aber dennoch informativ unterzubringen", so Müller.

Poetisch ist der Einstieg in die Präsentation. "Unsere Hügel sind harmlos. Der See ist ein Freund. Der Himmel glänzt vor Gunst." Getreu der Worte des Dichters Martin Walser startet die Rundreise mit Blicken auf die sanften Hügel im Osten, die weiten Täler im Westen und die einladenden Buchten des Sees. Kurze Abstecher in die romantischen Altstädte von Überlingen, Markdorf und Tettnang hat Daniel Müller ebenso getätigt, wie Stippvisiten in die große Kreisstadt und in die Dörfer des Hinterlandes. Gezeigt werden auch einige der Kunstdenkmäler von europäischem Rang. Ebenso in Bild und Ton eingefangen hat der Medienproduzent die Industrie, die Landwirtschaft und den Bodensee als Erholungsoase für Touristen. Für die Textaufbereitung zeichnet Elmar Kuhn, Leiter des Kulturamtes, verantwortlich.

Gaby Krämer



Siegfried-Tann-Daniel-Mueller-Elmar-Kuhn

Von links: Landrat Siegfried Tann, Daniel Müller und Elmar Kuhn (Foto: Gabi Krämer)

 

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2002  
 
05.07.2002 Geister auf der Rampe - Das Zeppelin-Musical "Lakehurst" wurde uraufgeführt

Friedrichshafen - Das Zeppelin-Musical "Lakehurst", wurde am Mittwoch im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen uraufgeführt. Es ist das ausgereifteste von Komponist Martin Weber und Produzent Daniel Müller.

Traum und Alptraum der Luftschifferei zeigen "Zeppelins Reise" und "Lakehurst", wenn man sie als Serie betrachtet. Dabei sind die beiden Werke, wie sich am Mittwoch bei der Premiere von "Lakehurst" zeigte, höchst unterschiedlich. "Zeppelins Reise", heiter und zuversichtlich in der Stimmung, endet in der Konfettiparade in New York, als Hugo Eckener den Traum des Grafen Zeppelin wahr macht.

Bei "Lakehurst" sind die Vorzeichen düster. Der Absturz der "Hindenburg" in der ersten Szene. Nun geistern die toten Kapitäne Pruss und Lehmann kommentierend durch die Handlung. Auch bei "Zeppelins Reise" war Spuk im Spiel: Hier mahnte der Graf aus dem Grabe. Die mystischen Figuren in "Lakehurst" haben insgesamt mehr Gewicht, was trotz schwerem Thema die Phantasie inspiriert. Dazu kommt das Bühnenbild: Eine Rampe ist zentrales Element. Von oben spricht der Demagoge, nach unten rutscht, wer sich nicht fügt. Hier geschieht Propaganda. Verloren-winzig dagegen das Bänkchen von

Hugo und Johanna Eckener. Sie haben in dieser Geschichte nicht mehr viel zu sagen.


Astrid Stoll


Lakehurst-Zeppelinmusical


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(Fotos: Daniel Müller)



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04.07.2002 Der Traum rutscht in den Abgrund - Das Zeppelin-Musical "LAKEHURST" hat Premiere

Uraufführung gestern Abend

Das Zeppelin-Musical "LAKEHURST" hatte im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen Premiere

Es ist das Ende. Ein Knall, Blitze, Explosion. Pruss und Lehmann fliegen durch die Luft. Vorbei das Heldentum der Luftschiffkapitäne. Vorbei die goldene Zeit der Zeppeline. Vorbei die glorreiche Fahrt. Als Strohpuppen liegen Pruss und Lehmann fortan auf der Bühne herum, bis Sanitäter mit der Trage kommen. Es ist das Ende. Schattenfiguren gleich gehen die Luft-schiffer fortan umher, Geister, die ihre eigene Geschichte noch einmal erleben.

Es ist das Ende - und der Beginn. Der Anfang von "Lakehurst", dem dritten und letzten Teil der Zeppelin-Musical-Trilogie. Gestern Abend hatte die Produktion von Martin Weber und Daniel Müller im Graf-Zeppelin-Haus mit viel Beifall Premiere.

Das Steuerrad steht wieder am Bühnenrand, wie bei "Zeppelins Reise" schon. Erinnerung an damals. An die erste Atlantikfahrt des Zeppelins 1924. "Erinnerst Du Dich noch an unseren ersten weiblichen Passagier?", fragt Pruss seinen Kapitän. Dann machen sie sich darüber lustig, wie Hugo Eckener damals, bei der ersten Amerikafahrt, mit dem Schiff heimfahren musste.

"Mit unserer jetzigen Regierung wäre uns das nicht passiert", spotten sie noch - und schon sprüht es Funken vom Himmel.

Funken, die wie kleine Kugeln die silberne Rampe herunterrollen und erlöschen. Der Absturz im Mai 1937.

Der Wasserstoff war hochgegangen. Das Ende. Das Inferno. Lakehurst. Aus und vorbei. Man muss schlucken, bei diesem Musical-Einstieg. "Lakehurst" beginnt mit "Lakehurst" und springt dann erst einmal in die zwanziger Jahre zurück. "Wir brauchen sie und ihren ganzen Zeppelin-Verein nicht mehr", wird Hugo Eckener angeblafft.

Von einem, der die Fäden in der Hand nehmen wird. Joseph. Den Nachnahmen lassen die Musicalproduzenten im Programmheft einfach weg. Theodor Reichardt spielt und singt diesen Joseph, der Goebbels heißt.

Und er spielt faszinierend. Schreit und brüllt über die Bühne. "Man wird sie vergessen, Eckener". Und ist im nächsten Moment wieder sanft und leise und fast charmant. Und wieder im nächsten Moment lacht er schrill und hysterisch und hört gar nicht mehr auf. "Wir, Eckener, wir werden Geschichte schreiben." Und dann steigt er die Rampe hinauf und guckt auf alle herab.

Die politischen Szenen. Die Naziszenen. Sie sind die guten Szenen dieses Stücks, das der Kressbronner Jürgen Gallus inszenierte. Eckener, gesungen von Martin Weber, bleiben die Gartenzaun-Szenen. Mit seiner Gattin (Waltaud Göbeler) sitzt er am Kaffeetisch und muss sich die Klagen anhören. "Höre auf den Ratschlag deiner lieben Frau... werd´ im Alter endlich schlau", singt die Gattin. Und Eckener kann einem leid tun. Draußen verspottet und verhöhnt von den Nazis. Drinnen geplagt vom Klageweib.

Im Mittelpunkt bleibt die Rampe, die Bühnenbildner Hubert Kaltenmark entwarf. Auf der die toten Lehmann und Pruss herumsitzen. Auf der Goebbels seine Pläne vom Propaganda-Luftschiff entwirft. Überhaupt Goebbels. Theodor Reichardt ist der Star dieses Musiktheaters, rettet das Stück vor allzu verzwickter Handlung. Er ist agil, fies, pfiffig, witzig. Steppt, wirbelt, wirft Knallerbsen und gibt den Erzähler im Braunhemd. War er gebremst in "Zeppelins Reise" als steifer Graf - in "Lakehurst" spielt er sein ganzes Können aus. So wie die Darsteller die Rampe hinaufrennen und herunterrutschen, geht es das ganze Stück auf und ab. Mal spannend und witzig, mal todernst und brisant. Oder Stirnrunzeln: Wenn das "Volk" im komischen Tanz über die Bühne trabt und "Wir wollen Zeppelin, komm her Zeppelin" skandiert beispielsweise.

Im zweiten Teil bleibt die Spannung. Hakenkreuze huschen über die Projektionsfläche im Hintergrund, und Eckener verweigert dem Propagandaminister den Hitlergruß. Die Rampe ist in rotes Licht getaucht. Es ist der Alptraum.

Das Ende. Es bleibt - Applaus.

Alice Natter



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29.06.2002 Zeppelin schwebt durch schwere Zeiten - Nur noch wenige Tage bis zur Premiere

Friedrichshafen/Langenargen - Man spürt Unruhe bei den Proben, doch die Hektik wirkt nicht ängstlich, sondern vielmehr kreativ und erwartungsvoll: Nur noch wenige Tage sind es bis zur Premiere des neuen Zeppelin-Musicals "Lakehurst" am 3. Juli.

Die Akteure um Komponist Martin Weber, Produzent Daniel Müller und Regisseur Jürgen Gallus feilen in der ehemaligen Bettfedernfabrik in Langenargen und im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen mit Elan an ihrem Musiktheater, das heuer nicht den Traum vom Schweben erzählt sondern den Alptraum der Luftschifferei.

Sie tragen kurze Hosen und T-Shirts. Auf dem Boden in der alten Fabrik stehen Sprudelflaschen, Schuhe, liegt Werkzeug. Mit Tesa-Krepp sind die Abmessungen der Bühne im Graf-Zeppelin-Haus markiert. Darauf eine Rampe. Ein Tisch. Zwei Stühle, die bei der Premiere durch eine richtige Bank ersetzt werden sollen. Ein Paar sitzt auf diesen Stühlen. Wie sieht es aus wenn ein Paar auf einer Bank sitzt und es zwischen den beiden funkt? Sie diskutieren, probieren, experimentieren mit den Möglichkeiten zwischen Nähe und Distanz. Einen Raum weiter übt Sonja Stutznäcker - sie gibt Lady Drummond-Hay - mit dem Choreographen Tango. Produzent Daniel Müller bemerkt, dass Kaffeebecher fehlen.

Ohne Kaffee geht gerade nicht viel, "wir proben bis in die Nacht", erzählt er. Die Requisitenliste, endlos lang, hat er auch noch zu checken.

"Das Adrenalin hält mich wach", sagt er. Und "Wenn ich an die Premiere denke habe ich ein gutes Gefühl. Alle ziehen mit." Textfetzen schwirren durch den Raum. "Die Sonne verbrennt Deine Flügel." Es ist eine Szene mit Hugo Eckener, den Komponist Martin Weber selbst spielt und singt. "Lakehurst" ist der Gegenpol zu "Zeppelins Reise": Vom Traum zum Alptraum, vom gelungenen Aufstieg zum katastrophalen Absturz.

Und dann auch noch das dritte Reich. "Es ist eine hohe Verantwortung, ein Stück zu machen, das in der Zeit des Nationalsozialismus spielt.

Da ist jede Silbe bedeutsam", sagt Regisseur Jürgen Gallus. Lange haben Gallus und Weber über dem Stoff gebrütet.

"Es geht uns nicht darum, darzustellen, was richtig und falsch ist. Die Luftschiffer hatten ihren Traum. Sie wollten eigentlich Gutes. Was daraus wurde, war ein Alptraum. Bei der Inszenierung wird es darum gehen, dass der Zuschauer diesen Konflikt nachvollziehen kann." Vor allem sollte "Lakehurst" keine Schwarz-Weiß-Malerei werden, sagt Martin Weber. " Wir wollen Entwicklungen zeigen. Werten soll das Publikum."


Astrid Stoll



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21.05.2002 Den Traum gelebt - Das Musical "Zeppelins Reise" feierte am Samstagabend Premiere

Friedrichshafen - Das neue Musical "Zeppelins Reise" hat am Samstagabend Premiere gefeiert.

Neben den Leistungen der Darsteller unter der Regie von Jürgen Gallus beeindruckten aussagekräftige Projektionen vor bewusst schlichter Kulisse.

Die Produktion ist aus einem Guss. Schon in den ersten Szenen fällt auf, dass sich das Ensemble engagiert in das Musical-Projekt gestürzt hat. Es ist ein junges Team, das der Aufführung Spritzigkeit und Charme gibt.

Wieder geht es um Graf Zeppelin und seine Vision vom Schweben im Luftschiff, wieder geht es um Dr. Hugo Eckener, der zunächst als Journalist der Frankfurter Zeitung nur Hohn für den Grafen übrig hat , dann aber in das Unternehmen eintritt. Direkt vergleichbar mit den Produktionen "Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum" - ebenfalls von Martin Weber und Daniel Müller, jedoch unter anderer Regie - ist das "Zeppelins Reise" nicht.

Die Kulissen sind heuer schlicht gehalten, was der Aufführung den Charakter eines Musiktheaters gibt und mehr Augenmerk auf die Menschen lenkt. Das tut der Sache insgesamt gut.

Graf Zeppelin wird gespielt von Theodor Reichardt. Der ist eigentlich junger Hüpfer, was am Freitagabend viel Schminke verbirgt.

Reichardt gibt seinem Grafen einen interessanten Charakter: Übermütig nach Erfolgen, voller Elan in den Verhandlungen mit dem Militär, doch mit der nötigen Schwere in schweren Stunden. Eine der beeindruckendsten Szenen des Grafen ist zu sehen, als der zweite Zeppelin nach erfolgreichen Aufstiegen vom Sturm zerstört wird. "Haltung" singt Reichardt, dabei flimmert hinter ihm ein Film, in dem die Kamera den Grafen umkreist.

Der Graf steht vor Industriebauten, sie übertragen ihn; stürzende Linien verstärken den Effekt. Immer im Kreis geht die Kamera, wird schneller. Reichardt interpretiert die Schicksalsstunde mit dem passenden Maß an Pathos und vor allem technisch sauber.

Interessant an "Zeppelins Reise" ist der Schritt quer durch die Handlung: Zunächst ist der Graf Hauptfigur, unterstützt von Gräfin Isabella

(Waltraud Göbeler), Hugo Eckener ist anfangs ein Zweifler von vielen, mit wenig mehr Text als Major Groß (Olaf Meyer). Dann stirbt der Graf genau zur Pause und Eckener, gespielt vom Komponisten Martin Weber selbst, übernimmt das Ruder. Riskant sind Stellen dieser Art, zu leicht bricht die Handlung. Bei "Zeppelins Reise" aber hält der Erzählfaden, was an Weber liegt, genauso aber an Lady Drummond-Hay (Sonja Stutznäcker), die sich vom Hintergrund ganz unverkrampft nach vorn spielt und dabei gesanglich überzeugt.

Als Berichterstatterin für die Hearst-Presse angetreten, von der Vision des Grafen inspiriert, ist sie schließlich Kritikerin der kriegstechnischen Nutzung der Zeppeline und in dramatischen Szenen auch das Gewissen des spröden Eckener.

Weber und Stutznäcker spielen Ihre Rollen mit viel Gefühl für Stimmungen: Erst feinden sie sich an, dann kommen sie sich näher, schließlich bricht die Kluft aber wieder auf. Die Konstellation Eckener/Hay verleiht der zweiten Hälfte des Musicals einen Großteil der Spannung, was möglich wird durch den sensiblen Aufbau beider Figuren in der ersten.Der Graf bleibt präsent bis zum Schluss. Als Über-Figur schwebt er einige Meter über der Bühne, treibt Eckener weiter mit seiner Vision, ist Mahner und Berater in einem.

Das schränkt seine Gestik ein, nicht jedoch die gesanglichen Möglichkeiten. Die Musik ist zugänglich und gefällig, dennoch abwechslungsreich. Bei der Konfettiparade wird mitgeklatscht, Ausflüge in die Weltmusik gibt es zur Weltfahrt des Zeppelins. Ob Rock´n Roll passend für ein Stück ist, das spielt, bevor selbiger erfunden wurde, bleibt, sei dahingestellt.

Ein Musical über Zeppelins Vision, die Eckener zu seiner eigenen Macht, aufgeführt im Hugo-Eckener-Saal des Graf-Zeppelin-Hauses, das hat irgendwie seine ganz eigene Symbolik. Fast ist es, als besinge das Ensemble nach stehendem Beifall in der Zugabe sich selbst uns seine Träume. Ist ja auch in Ordnung.


Astrid Stoll


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(Fotos: Daniel Müller)


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20.05.2002 Eine kreisrunde Sache - Bejubelte Premiere des Musicals "Zeppelins Reise"

Das Publikum hält es nicht mehr auf den Sitzen. Es wird geklatscht, gejubelt, von hinten schreit jemand "Bravo" nach vorne. Während der vergangenen zwei Stunden ist immer wieder applaudiert worden, spontan und herzlich, kaum eine Szene ohne Zwischenapplaus. Wann gibt es das schon, dass noch zehn, 15 Minuten nach dem letzten Ton keiner nach Hause eilt? Wohl immer dann, wenn in Friedrichshafen ein neues Zeppelin-Musical aufgeführt wird.

Am Samstagabend hat im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen "Zeppelins Reise" von Daniel Müller und Martin Weber Premiere. Und der Applaus ist lang und heftig.

"Nach links, nach links sollen sie den Ballon lenken", schreit der Graf bei einer Ballonfahrt in Amerika und wird dumm angeschaut. "Lenken geht nicht und wird wahrscheinlich auch nie gehen", brüllt der Ballonfahrer zurück. Von wegen. Im ersten Akt erzählt "Zeppelins Reise", wie aus dem Soldaten Ferdinand von Zeppelin der Luftschiff-Erfinder und spätere Volksheld wird. Nach der Pause steht Hugo Eckener im Mittelpunkt, der den Traum der Atlantik-Überquerung verwirklicht. Soweit die Story, kurz und knapp.

Autor und Komponist Martin Weber hat seine ersten beiden Zeppelin-Musicals zusammengefasst, hat gekürzt und gestrichen und präsentiert mit "Zeppelins Reise" ein "best of".

Die schönsten Lieder sind zu hören, die witzigsten Szenen sind zu sehen - die Straffung, Raffung hat gut getan. Überhaupt: Die Lieder stehen - auch ohne Live-Band - im Mittelpunkt dieses Musicals, das eigentlich mehr Musiktheater ist. Regisseur Jürgen Gallus macht nicht viel Show, nicht viel Spektakel. Auch das Bühnenbild gibt sich - ganz musical-untypisch und erfreulicherweise - karg: Zwei Tische, ein paar Stühle auf der Bühne, eine Schreibmaschine und ein Steuerrad - das genügt. Im Mittelpunkt steht sowieso ein Loch: der Kreis, durch den die Figuren Auf- und Abgänge haben, der als Leinwand für Schattenspiele und Projektionsfläche für historische Filmaufnahmen taugt. Eine runde Sache.

Bleibt, in aller Kürze, ein Wort über die Darsteller zu verlieren: Spitze. Allesammt Martin Weber ist ein überragender Hugo Eckener. Witzig und spitz im ersten Akt als Journalist, überzeugend im zweiten als Luftschiffkapitän.

Waltraud Göbeler als Gräfin Isabella und Sonja Stutznäcker als Lady Hay stehlen den Männern immer wieder die Schau und haben fantastische Szenen. Theodor Reichardt als Graf kommt dann zur Geltung, als er seinem Nachfolger vom Himmel aus ins Gewissen reden kann. Denn gibt sich der erste Akt noch relativ beschaulich und ruhig, fetzt und wirbelt es im zweiten gewaltig. So gewaltig, dass der Applaus nicht enden mag.


Alice Natter



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16.05.2002 Zeppelin-Musical kurz vor dem Start - Nur noch wenige Tage bis zur Uraufführung

Friedrichshafen/Langenargen - Nur noch wenige Tage sind es, bis "Zeppelins Reise" im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen seine Uraufführung feiert. Das Ensemble probt derzeit in der ehemaligen Bettfedernfabrik in Langenargen.

Auf einem Schrank steht eine Kaffeemaschine. Mehrere Kannen voll dürften schon durchgelaufen sein. Der Kaffee ist heiß und stark. Daneben eine Rolle Doppelkekse mit Schokoladencreme, eine Tüte Waffeln mit Haselnusscreme, Weingummi, Äpfel. Am Boden hockt ein Mann und dreht Spax in Pressspanplatten. Zwei bogenförmige Teile entstehen. Der Akkuschrauber surrt. Das Kulissenteil, fast fertig, soll zentrale Bedeutung in der Aufführung haben: Durch diesen Bogen werden die Figuren auftreten, abgehen, werden Projektionen erscheinen. Wieder drillt der Akkuschrauber Spax ins Holz.

Das elfköpfige Ensemble ist am Dienstag vollzählig. Tänzer wirbeln durch den ehemaligen Nähsaal, ein paar Meter weiter werden Texte geprobt.

Choreograph Joachim Quirin geht mit zweien den Tanz der Matrosen durch. "Eins, zwo, drei, vier", zählt er, die Musik bleibt aus, doch später am Abend wird das Stück komplett durchgespielt. Der Tanz der Matrosen ist im Musical "Zeppelins Reise" zu sehen in der Szene "Könige des Himmels", wenn drei Luftschiffer gerade todesmutig den Absturz des LZ 126 verhindert haben. Die Außenhaut des Zeppelin war gerissen, erzählt Regisseur Jürgen Gallus - mitten auf der Überfahrt nach Amerika. Drei Luftschiffer stiegen aus und flickten. Soweit die Historie.

Daran haben die Musical-Macher die Szene "Könige des Himmels" gehängt, in der die Journalistin Lady Hay (Sonja Stutznäcker) den Mut der Luftschiffer besingt, in der die Matrosen tanzen und Lady Hay in die Luft heben, in der Lady Hay singend den Steuermann (Erwein Hecht) umarmt. Am Samstag ist die Uraufführung. "Man muss verrückt sein, so etwas zu tun", sagt Weber.

Astrid Stoll



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16.05.2002 Mit sieben Meilenstiefeln - Am kommenden Samstag ist Premiere von "Zeppelins Reise"

Friedrichshafen - Am kommenden Samstag ist Premiere: Dann hebt sich im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen der Vorhang für ein neues Zeppelin-Musical. "Zeppelins Reise" geht mit Profi-Darstellern über die Bühne - und soll nicht das einzige Stück sein, mit dem Martin Weber und Daniel Müller diesen Sommer in der Oberliga spielen wollen.

An einem Ziel festhalten. Es nicht aus dem Auge verlieren. Jeden Schritt dorthin immer weiter perfektionieren. Mit unerschütterbarer Ausdauer:

Wer sich so lange wie Martin Weber und Daniel Müller mit der Lebensgeschichte von Ferdinand Graf von Zeppelin und der Entwicklung seiner Luftschiffe auseinandergesetzt hat, auf den scheint die Hartnäckigkeit des Grafen abzufärben. Seit drei Jahren meißeln und feilen die beiden Musical-Macher an ihren Textbüchern, Songs, am Bühnenbild. Von ihren Anfängen haben sie sich wie mit Sieben-Meilen-Stiefeln entfernt. Stimmt das die Fans nicht traurig? Schließlich wurden die beiden Zeppelin-Musicals

"Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum" in Friedrichshafen mit stehenden Ovationen gefeiert, das Publikum war außer Rand und band.

Der Lokalbonus vor heimischen Publikum, meinen die Musical-Macher, spornt an. Doch auf ihn allein wollen sie nicht sezten. Martin Weber und Daniel Müller wollen in die Profi-Liga gelangen. Da bleiben sie eisern - auch wenn ihnen die Müdigkeit derzeit bleiern auf den Augenliedern liegt. "So viel gearbeitet habe ich noch nie", gesteht Weber. "Die letzten Jahre waren ein Spaziergang im Vergleich zu dem hier."

Ein neues Musical steht vor der Premiere. "Zeppelins Reise" soll am kommenden Samstag im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen auf die Bühne kommen. Und in der ehemaligen Bettfedernfabrik in Langenargen steht jetzt noch der Feinschliff an einzelnen Szenen an. Der riesige Saal im Obergeschoss verbreitet den morbiden Charme ausgedienter Industriearchitektur. Doch die Darsteller füllen ihn rasch mit Leben. Der Probenplan ist minutiös ausgetüftelt. Mache haben am Abend noch anderswo einen Auftritt: Das Ensemble besteht zum größten Teil aus Profis. Und noch was hat sich geändert: Wegen der technischen Gegebenheiten im Graf-Zeppelin-Haus wird keine Live-Band mehr spielen.

Eine Heidenarbeit für Martin Weber: Er musste viele Nummern neu arrangieren. Und auch Textbuch und Bühnenbild kamen mehrfach auf den Prüfstand - Regiesseur Jürgen Gallus legte eine strenge Hand an den Fluss der Story. "Zeppelins Reise" wird dann auch mehr sein als ein Querschnitt durch die Erfolgsnummern der vorangegangenen Musicals. "Das Stück ist etwas völlig Neues", verrät Martin Weber. Es thematisiert den Menschheitstraum vom Fliegen, in einer Sequenz von traumhaften Bildern und mitreisender Musik. Im Juli soll dann der Alptraum szenisch dargestellt werden: "Lakehurst" heißt das Gegenstück zu "Zeppelins Reise", das mit diesem komplementär verzahnt ist. Musical-Freunde dürfen gespannt sein.


Barbara Fülle



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28.04.2002 Zeppelin schwebt wieder - Die Reihe der Zeppelin-Musicals geht weiter.

Friedrichshafen - Die Reihe der Zeppelinmusical geht weiter. Im Mai geht es auf "Zeppelins Reise", im Juli feiert "Lakehurst" Premiere

Die dreijährige Entwicklungszeit der Zeppelin-Musicals steht kurz vor dem Abschluss: Nach "Herr der Lüfte" im Jahr 2000 und "Zeppelins Traum" im Vorjahr setzen Komponist Martin Weber und Produzent Daniel Müller die Reihe fort. Darsteller für die Haupt- und Nebenrollen sind gefunden:

Die Rolle des Grafen Zeppelin übernimmt Theodor Reichardt aus Hamburg. Als kecke Amerikanerin Lady Hay wurde Sonja Stutznäcker aus Wien verpflichtet. Die Rolle des kritischen Journalisten und späteren begeisterten Luftschiffers Dr. Hugo Eckener übernimmt Martin Weber selbst. In weiteren Rollen: Waltraud Göbeler, Köln, Olaf Meyer, Berlin, Michaela Egloff, Freiburg, Mario Verkerk, Freiburg. Regie beider Aufführungen hat Jürgen Gallus inne, der am Bodensee lebt. Lichtstimmungen von Claus-Michael Haydt und Projektionen von Daniel Müller sollen die Bühne in eine Zeitmaschine verwandeln.

"Durch die Mischung aus Webers Songs, Gesang sowie Darstellung und Tanz der Akteure wird unser hochmotiviertes Team die Herzen der Zuschauer erreichen", ist sich Müller sicher.


Astrid Stoll



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25.04.2002 Aber bitte mit Feinschliff - Sie verraten nur soviel: "Alles wird anders".

Sie verraten nur soviel: "Alles wird anders". Martin Weber und Daniel Müller wollen an ihre Erfolge der letzten

beiden Jahre anknüpfen und wieder mit zwei Zeppelin-Musicals glänzen. Allmählich abgedroschen? Von wegen. Jetzt geht´s mit Profis, neuem Textbuch und entschlackter Inszenierung erst richtig los. Feierabend? Für Daniel Müller derzeit ein Fremdwort. Auch nach 22 Uhr. Dann sind die Proben in der Caserne in Friedrichshafen zwar zu Ende.

Doch der Meckenbeurer sitzt noch ein paar Stunden am Bildschirm seines Computers. "Das Programmheft ist noch nicht fertig", sagt er. "Und die Website muss aktualisiert werden." Wer ein Bühnenstück dem Publikum schmackhaft machen möchte, darf nicht mpde werden. Doch diesmal ist die Anstrengung größer als in den beiden Jahren zuvor. Für "Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum" haben die Zuschauer dem Produzentenduo Martin Weber/Daniel Müller zwar Lorbeerkränze geflochten. Doch die Musicals um die Geschichte der Luftschiffe aus Friedrichshafen genossen eben auch Heimatbonus - weshalb man ihnen Schwächen in der Inszenierung verzieh. Damit soll Schluss sein. Martin Weber und Daniel Müller haben die Weichen auf Professionalisierung gestellt.

Probe im Kulturhaus Caserne in Friedrichshafen. Der Saal ist mit Plastikpaletten ausgepflastert. Sie markieren den Grundriss des Bühnenbilds maßstabsgenau. "Bei den Proben muss eine 1:1-Atmosphäre herrschen, von den Bühnenwegen her", erläutert Regisseur Jürgen Gallus.

Das sind die Darsteller auch nicht anders gewohnt. Denn die tragenden Rollen sind allesamt mit Darsteller/innen besetzt, die an Landestheatern oder Musical-Bühnen ihren künstlerischen Feinschliff erhalten haben.

Theodor Reichardt etwa, der den Grafen geben wird, hat bei Peter Weck im Theater an der Wien nicht nur den Schauspielerberuf, sondern auch Singen und Tanzen gelernt. Nach einem Engagement am Landestheater Detmold stand er zuletzt in Hamburg auf der Bühne, in den "Bremer Stadtmusikanten". Dort wurde Martin Weber auf ihn aufmerksam - und holte ihn von der Alster an den Bodensee. Der Jungstar kam bereitwillig: "Weil ich gern Sachen mach´, die innovativ sind".

Weitere Anfahrtswege haben auch die übrigen Darsteller/innen nicht gescheut: Sonja Stutznäcker, in der Rolle der kecken Journalistin Lady Hay, steht in Wien auf der Bühne, Olaf Meyer in Berlin. Köln, Freiburg, Villingen-Schwennigen - im Garderobenraum haben sich Bühnenkünstler/innen versammelt mit Erfahrungen aus unterschiedlichsten Engagements. Kurze Pause mit etwas Obst, dann trommelt Regisseur Jürgen Gallus das Ensemble wieder zusammen. Die Probeneinheiten sind konzentriert. Patzer kommen nicht vor. Gallus kann an den Szenen feilen.

Traum und Alptraum

"Uns geht es nicht darum", sagt er, "Technikgeschichte auf die Bühne zu bringen. Uns interessiert das Kraftfeld, in dem sich ein Traum entwickelt." Der Traum vom schwerelosen Schweben.

"Zeppelins Reise" verspricht Gallus, und "Lakehurst", spiegeln die Zeppelin-Geschichte als zwei Seiten einer Medaille: Als Traum und Alptraum. Dargestellt in zwei Musicals, von denen das eine neu ist und das andere ein Querschnitt der beiden vorangegangen Stücke, allerdings in einem neuen Zuschnitt. Martin Weber hat sich textlich und musikalisch von "alten Hüten" verabschiedet - und Daniel Müller ein anderes Bühnenbild entworfen. "Es wird keine Möbelschieberei mehr nach einzelnen Szenen geben", verrät er. Stattdessen prangt am Bühnenhintergrund so etwas wie ein magischer Kreis. Er "befördert" die Darsteller/innen ins Bühnengeschehen. Oder dient als Projektionsfläche für Müllers multimediale Illustrationen. Der Meckenbeurer lächelt vieldeutig. "Diesmal ist eben alles anders."


Barbara Fülle



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21.03.2002 Zwei mit Mut zum Risiko - Martin Weber und Daniel Müller bringen "Lakehurst" auf die Bühne

Friedrichshafen - Mit zwei Zeppelin-Musicals begeisterten Martin Weber und Daniel Müller in den letzten beiden Jahren das Publikum. Jetzt bringen sie mit "Lakehurst" ein drittes Stück auf die Bühne - und einen Querschnitt ihrer bisherigen Erfolge. Der Stoff ist riskant. Das war Martin Weber von vorneherein klar. Vielleicht ein Spiel mit dem Feuer. Oder aber die Chance auf ein Glanzstück. Und weil einer wie Weber ausprobieren muss, ob er das kann: Geschehnisse der Nazi-Zeit in ein Musical packen, ohne sie zu verharmlosen, setzte er sich ins Kämmerlein und entwarf Szenen, schrieb Dialoge und Songtexte.

Über die Zeppeline, die das Hakenkreuz trugen. Über den Luftschiff-Pionier Dr. Hugo Eckener, der von den Amerikanern kein Helium erhielt, weil sie ins kriegstreiberische Deutsche Reich nicht liefern wollten. Und über die Katastrophe, zu der das führte: den Absturz der "Hindenburg", die - mit Wasserstoff beladen - wie eine lodernde Fackel vom Himmel kommt. Einen solchen Stoff in Unterhaltungsform zu gießen ist so was wie die Quadratur des Kreises. Doch seit Jahren hält die Geschichte der Zeppeline Martin Weber fest im Griff. Seine Musicals "Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum" fanden nicht nur in Friedrichshafen ein begeistertes Publikum. Jetzt wollte Weber die Ära der Himmelswale zu Ende erzählen. Mit "Lakehurst" einen Schlusspunkt setzen. Und wäre, wie er gesteht, bei dieser Gratwanderung fast abgestürzt.

Als am 11. September unfassbare Bilder über die Fernsehschirme flimmerten, erfassten ihn Zweifel, ob das überhaupt möglich ist: eine Katastrophe auf die Bühne zu bringen. "Wir wollen auf keinen Fall den Absturz der "Hindenburg" reißerisch darstellen", sagt Co-Produzent Daniel Müller, der bereits bei den Vorgänger-Muscials das Bühnenbild entworfen hat. Es wird keine Videoeinspielung des Unglücks geben - und Müller will auch keine bildlichen Klischees bedienen. Er hat in Eckeners Tagebüchern geblättert und den Eintrag vom "brennenden Ikarus" gefunden. "Daraus lässt sich was machen", meint der Meckenbeurer. Was, das verrät er noch nicht. Anfang Juli wird das Musical im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen gespielt.

Die Rollen sollen mehr als bei den Vorgänger-Projekten mit Profi-Darstellern besetzt sein. Und die stehen auch im Mai auf der Bühne, wenn mit dem Stück "Zeppelins Reise" noch mal ein Querschnitt aus den vorangegangenen Bühnenwerken gezeigt wird. "Das Musical bietet das Beste aus "Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum", aber ohne Längen", verspricht der Friedrichshafener. Eine Woche lang ist er in Klausur gegangen, bewappnet mit einem Rotstift - und hat sich "von heiligen Kühen getrennt"". Überhaupt wollen die beiden Musical-Produzenten in die Profi-Szene vorstoßen. Deshalb geht´s Ende April nach New York, zu einem Producer-Workshop. Und danach beginnt in Friedrichshafen der Endspurt für die Proben.

Barbara Fülle



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14.02.2002 Teddyaugen lügen nicht - "Reginald der Jahrhundert-Bär" von Dorothea Bartels und Daniel Müller

Der Teddy wird 100 Jahre alt. Zum runden Geburtstag haben Dorothea Bartels und Daniel Müller ein Buch vorgelegt, das ein ganzes Jahrhundert aus Bärenperspektive spiegelt: die großen Geschehnisse in der Welt und die kleinen am Bodensee.

Jämmerlich ist gar kein Ausdruck. Aus seinen Fußsohlen quoll Holzwolle, die rechte Pfote hing an einem Gummi und an keiner Stelle seines geschundenen Körpers war auch nur der Ansatz eines Plüschkostüms zu erkennen. Stattdessen war dieser uralte Steiff-Teddy mit Tinte übergossen - ein Gezeichneter, der Dorothea Bartels auf einer Puppen- und Bärenbörse in Böblingen sofort ins Auge fiel. Und ihre Neugierde anstachelte. So sehr, dass sie recherchierte. Und schließlich zu schreiben begann. Soweit die Wahrheit. Und was ist Dichtung an diesem ebenso spannenden wie anrührendem Bärenbuch, das aus der Begegnung mit "Reginald" entstand? Dorothea Bartels, die eigentlich Sängerin ist, schaut verschmitzt.

Trotz eines Operetten-Engagements in Vaduz und des Aufbaus der Opernschule an der Musikschule Friedrichshafen fand sie Zeit, zur Feder zu greifen. "Ich habe einfach aus einem realen Hintergrund eine Geschichte gemacht." Und was für eine. Der Teddy Reginald hat ein ganzes Jahrhundert auf dem Buckel.

Als frisch gefertigter Jungbär aus der Manufaktur von Margarete Steiff gerät er in Wiener Kaffeehäuser und Prager Bohèmes. Er erlebt die sogenannte "Belle Epoque" an der Seite des Künstlers Thomas Fairyblossom. Das Leben auf leichtem Fuß wird auch nicht getrübt, als dieser Dandy in Indien seinen Bruder besucht, der Verwalter der Kolonialmacht ist. Reginald allerdings gehört fortan dessen Töchterchen Violet - der Anfang einer langen Kette von Besitzerwechseln und eines abenteuerlichen Vagabundierens rund um den Globus.

"Erst habe sie sich so ein Buch nicht zugetraut", gesteht Dorothea Bartels.

"Doch dann hab´ ich mich hingesetzt, und die Story ist geflossen." Manchmal begann sie schon morgens um sechs zu schreiben und legte den ganzen Tag den Stift nicht aus der Hand. Nach drei Monaten war das Erstlingswerk nahezu fertig - und die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts zu Papier gebracht. Am Bärenfell wärmt sich der Rekrut Richard die halb erfrorenen Finger - ein Feldlazarett im Ersten Weltkrieg ist die Endstation seines kurzen Lebens. Ins Bärenfell ergießen Giftgas geschädigte Kinder ihre Tränen, die in einem südfranzösischen Kloster den Tod ihrer Eltern beweinen. Und im Bärenfell schmuggelt Simon Goldstein seine Mikrofilme - bis er, der Spion, im Berlin der Hitlerzeit zum Gejagten wird: Als Jude droht im die Deportation.

Dorothea Bartels hat nicht einfach in Form einer Collage Szenen eines Jahrhunderts aneinander gereiht. Dramaturgisch geschickt bindet sie Schauplätze und Hauptdarsteller in einen schlüssigen Handlungsstrang ein. Und man erfährt ganz nebenbei, wann es auf deutschen Landstraßen die ersten Tempolimits gab, welche Süßigkeiten man um die Jahrhundertwende vernaschte und welche Route ein Lastschiff von Triest nach Bombay nahm. Die Autorin hat zentnerweise Nachschlagwerke gewälzt und beispielsweise "über alte Eisenbahnen und Schiffe" nachgelesen, damit die Details auch stimmen. Der Bär erkundet die Welt, nimmt Mozarts Melodien wahr, die ein Glockenspiel durch Salzburg trägt, und den Lavendelduft in der Provence, der die Seele aufhellt und Träume beflügelt. Und ebenso verspielt und sinnenfroh hat Mediendesigner Daniel Müller das Buch grafisch gestaltet.
Wenn der Victoria Terminal in Bombay als eine Kathedrale beschrieben wird, dann laufen die Textzeilen wie auf einen Spitzbogen zu. Auf keiner Seite des Buchs fehlen Fotos, Zeitungsausschnitte und alte Briefe, die das Geschehen dokumentieren. Wie perfekt Müller grafische Spielereien beherrscht, zeigt das historische Foto, auf dem er den Bären von der Aussichtsplattform des Luftschiffs "Hindenburg" aufs Meer blicken lässt - geschickt zwischen die Fahrgäste montiert. Den Absturz des legendären Zeppelins erlebt Reginald natürlich auch. Er beendet seine glanzvolle Bären-Ära als Maskottchen eines Hollywood-Regisseurs und eines Opernsängers an der Met in New York.

Und weil Autorin und Buchdesigner am Bodensee heimisch sind, erlebt der Bär, nach einsamen Jahrzehnten auf einem Dachboden, auch den Aufstieg des Zeppelin NT.

Überhaupt ist der See Reginalds Altersruhesitz. Was er hier noch erleben wird - wer weiß? Dorothea Bartels sitzt jedenfalls schon an einem zweiten Bärenbuch. Mit dem Erstlingswerk ist Dorothea Bartels und Daniel Müller eine warmherzige Lektüre gelungen - durchaus auch für Erwachsene.


Barbara Fülle



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2001  
 
29.12.2001 Teddybär überlebt das Ende der Hindenburg - Ein ungewöhnliches Bilderbuch

Sammlerin aus dem Deggenhausertal und Meckenbeurer Mediendesigner stellen ungewöhnliches Bilderbuch vor Als Daniel Müller im Februar dieses Jahres von Dorothea Bartels den Auftrag bekam, für sie die Internetseiten zu kreieren, ahnte er nicht, dass dieser Auftrag einen noch weitaus interessanteren, eine Herausforderung, mit sich zog.

Dorothea Bartels aus dem Deggenhausertal macht und sammelt Teddybären, ihre "antiken Veteranen" fanden bereits internationale Anerkennung. Daniel Müller lebt in Meckenbeuren, ist Mediendesigner und zugleich Produzent, "ein nostalgisch angehauchter", wie er sich selbst beschreibt.

Zuletzt war Müller als Co-Produzent der Zeppelin-Muscial-Produktionen "Herr der Lüfte" und "Zeppelins Traum" für das Bühnen- und Produktionsdesign sowie für die Hintergrundprojektionen verantwortlich.

Im April kreuzten sich die Wege der beiden kreativen Menschen. Und aus einer erzählten Geschichte wurde eine Projektidee - und mittlerweile ein Buch: eine "Bärenbiografie" mit Namen "Reginald - der Jahrhundert-Bär".

An einem Sonntagmorgen im Jahre 1998 entdeckte Dorothea Bartels auf einer Bären- und Puppenbörse in Böblingen einen alten Bären aus der Zeit von 1905. Der hypnotische Ausdruck der Bärenaugen ließ vergessen, wie schäbig der arme Kerl eigentlich aussah. Die rechte Vorder-pfote hing noch an wenigen Fäden, dort, wo einst die Fußsohlen waren, quoll nur noch die blanke Holzwolle heraus.

Von dem Händler erfuhr Dorothea Bartels, dass der Bär eine Bombennacht in London überlebt hatte und danach viele Jahre auf einem Dachboden in Vergessenheit geraten war. Sie kaufte den Bären und mit ihm den Koffer, in dem der Bär viele Jahre aufbewahrt worden war.

In dem Koffer befanden sich Fotos, Zeitungsausschnitte, Briefe - ein Schatz detaillierter Aufzeichnungen dieses Bärenlebens, des gesamten Jahrhunderts, gesammelt von einem Oberkriminalrat.

Indien um die Jahrhundertwende, der Erste Weltkrieg, die Hindenburg-Katastrophe, die Goldenen 20er Jahre am Broadway, Fahrten mit dem Zeppelin, die Opernwelt des Gino Valetti, der Zweite Weltkrieg - belegt mit reichhaltiger Korrespondenz aus Archiven, Zeitungen und mit Menschen. Ein Koffer wie eine Zeitkapsel aus einer anderen Welt für Dorothea Bartels. Das Bärenleben erschien vor ihren Augen, und es war wert, niedergeschrieben und illustriert zu werden.

"Dieses Buch ist wie ein Film", beschreibt Daniel Müller sein und Dorothea Bartels erstes Werk. Eine besondere Herausforderung war für Müller, fehlendes Bildmaterial zu ergänzen und nostalgisch umzuarbeiten. Müller suchte nach alten Fotoalben und historischen Bildern, nach Postkarten und anderem Sammelsurium vergangener Zeiten.

Mit äußerster Sorgfalt und Präzision baute Müller die Bilder in den Rohtext ein, hinterlegte jede einzelne Seite mit nostalgischem Bildgut. Entstanden ist ein aufwändig inszeniertes Bilderbuch für Bärenliebhaber jeder Altersklasse, ein Buch das das Jahrhundert aus Sicht eines Bären wiedergibt.

Gaby Krämer


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(Fotos: Daniel Müller)



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12.12.2001 Meckenbeurer Mithilfe beim bärigen Streifzug durchs 20. Jh. - Reginald der Jahrhundert-Bär

Meckenbeuren - Ein turbulenter Sommer war es für den Meckenbeurer Daniel Müller: Gemeinsam mit Martin Weber hatte der 30-jährige Mediendesigner gerade erst das Musical "Zeppelins Traum" in Friedrichshafen hinter sich gebracht; da stand mit dem Buch "Reginald, der Jahrhundert-Bär" bereits das nächste Vorhaben an, das noch vor Weihnachten "in trockenen Tüchern" sein sollte. Was zusammen mit Autorin Dorothea Bartels gelang...

Die Frau aus Deggenhausen - zugleich Lehrerin an der Musikschule Friedrichshafen - fertigt seit 1998 Künstlerbären aus Mohair (Markenzeichen: "Theabaer").

Vor drei Jahren war es auch, dass Dorothea Bartels auf einer Messe in Böblingen "Reginald" entdeckte - einen alten Steiff-Bären aus der Zeit um 1905, dessen hypnotisierender Ausdruck der Augen sie in seinen Bann zog. Ausgehend von des Händlers Hinweis, dass der Bär im Zweiten Weltkrieg den Bombenangriff auf London überstanden habe, kam die Idee für das Buch auf - ein reiches Bärenleben zu schildern, das fast bis in die Anfangstage der Steiff-Bären (1902) zurückreicht.

Idee und Text waren das eine; Umsetzung und Design das andere. Nostalgisch wie außergewöhnlich sollte es sein - und Dorothea Bartels wusste in Daniel Müller um den Ansprechpartner, zumal der bereits ihre Homepage entworfen hatte. Das 112 Seiten starke Schmuckstück im Format 30x22 cm ist für 25 EUR ab Ende der Woche zu haben. Aus einem Guss kommt die abenteuerliche Bärensaga daher, wofür Müller mit viel Liebe zum Detail jede Menge an alten Fotos, Briefen, Postkarten und Erinnerungs-stücken (bis hin zur "Reise-Brotmarke" aus dem ersten Weltkrieg) eingearbeitet hat. Unzählige Scans, Fotomontagen, Collagenarbeiten und Verfeinerungen im Bildbearbeitungs-Programm waren notwendig, bis der Leser tatsächlich mit "Reginald" durch das verflossene Jahrhundert zu wandern glaubt.

Zum Inhalt dieser Bären-Biografie nur so viel: 1905 erblickt "Reginald" in der Bärenmanufaktur von Margarete Steiff in Giengen das Licht der Welt, überlebt das Elend zweier Weltkriege, zehn Besitzerwechsel und den Absturz des Luftschiffs "Hindenburg" 1937. Zu den Höhepunkten seines Bärenlebens zählen Aufenthalte in Indien (inkl. der Freundschaft zum Dschinn Shari, der ihn mit auf fantasievolle Reisen nimmt), im Kloster Bonmont oder in Amerika - bis Reginald dieser Tage am Bodenseeufer ein Zuhause findet und weiß: "Ich bin angekommen."

Womit sich ein Kreis schließt, der Fantasie fordert, aber auch belohnt



Roland Weiß


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04.10.2001 Text und Musik sind schon geschrieben - Die Trilogie der Zeppelin-Musicals ist komplett

"Lakehurst": Die Trilogie der Zeppelin-Musicals von Martin Weber und Daniel Müller ist komplett Am 8. Juli fiel zum letzen Mal der Vorhang für "Zeppelins Traum", das zweite Zeppelin-Musical. "Am 15. Juli habe ich gesagt, es gibt einen dritten Teil." Martin Weber, Texter und Komponist der Stücke, hat nicht lange überlegt und sich an die Arbeit gemacht. "Lakehurst" wird der Abschluss der Musical-Trilogie heißen. Ganze acht Wochen hat der Friedrichshafener für Recherche und Schreiben gebraucht. Die Handlung steht, alle Stücke des dritten Teils sind fertig. Und wie schon beim ersten und zweiten Zeppelin-Musical, das Martin Weber und Daniel Müller produziert haben, heißt auch bei "Lakehurst" das Ziel: Infotainment durch ein "Historical". "Die Leute haben ja keine Ahnung, was in Lakehurst abgegangen ist", sagt Weber

"Herr der Lüfte" sei eine nette, operettenartige Aneinanderreihung von Anekdoten um den Grafen gewesen. "Zeppelins Traum" einfach ein faszinierendes Thema. "Lakehurst" aber sei inhaltlich schwierig zu bearbeiten gewesen, sagt der Friedrichshafener. Dass Hugo Eckener 1932 im Gespräch zum Reichspräsidenten war, dass er das erste Spionage-Luftschiff fuhr, dass ihm im Umfeld des 20. Juli 1944 vorgeworfen wurde, etwas mit der Stauffenberg-Runde zu tun zu haben - Martin Weber spricht es an. Ein Märchen will er mit seinem Musical nicht erzählen: "Es gibt für alles eine Quelle". Uwe Eckener, Enkel Hugo Eckeners, hat das Textbuch bereits gelesen - "und für gerecht befunden".

Eckener auf Spendensammel-Tour - so wird der dritte Teil beginnen. Weber hat seiner Hauptfigur einen ignoranten Erzähler als zweiten Protagonisten hinzugeschrieben: "Einer, der den Generationenkonflikt verdeutlicht und immer mehr zum Nazi wird." Im Mittelpunkt von "Lakehurst" steht ein Wiederspruch: hier die Friedenszeppeline Eckeners, dort Zeppeline als Propagandainstrument der Nazis. Ein gedanklicher Kampf, der sich in der Musik wiederspiegeln soll. "Es ist soll ein bewegendes Stück werden." Nach den Aufführungen von "Zeppelins Traum" diesen Sommer haben Müller und Weber die ausgefüllten

Fragebögen der Zuschauer ausgewertet. Mit überwältigender Resonanz: "Das hat uns motiviert, dass wir den dritten Teil machen."

Ende des Jahres werden die beiden Musical-Produzenten wieder auf Sponsoren-Suche gehen, das neue Ensemble zusammenstellen - und im Frühjahr beginnen zu Proben. Und es gibt Überlegungen, eine tourneegerechte Fassung aus allen Teilen zusammenzustellen.

Alice Natter



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06.07.2001 Beifallstürme wie auf dem Broadway - Premiere des Luftschiff-Musicals "Zeppelins Traum"

Mit historischen Stoffen ist das immer so eine Sache. Bleibt man bei der Wahrheit? Ist man authentisch genug?

Wo darf man abwandeln, hinzufügen, dass der Zuschauer nicht irritiert wird. "Lassen wir uns nicht verwirren, lassen wir uns verführen", forderte Dr. Uwe Eckener am Mittwochabend im Graf-Zeppelin-Haus.

Der Enkel jenes Hugo Eckeners, um den es in den folgenden zwei Stunden gehen sollte. Verführen lassen. Entführen lassen. Sich einlassen auf Visionen. Auf Geschichten, aus denen Musicals geschrieben sind. Mitträumen. "Zeppelins Traum" ist so ein Stück. Das Geschichte erzählt, mehr oder weniger wahr, und doch vor allem entführt in Fantasiewelten.

Am Mittwoch war Uraufführung des Zeppelin-Musicals Teil zwei, der Fortsetzungsgeschichte von "Herr der Lüfte".

Eckener, er ist der Held in "Zeppelins Traum". Der Mann, der die Luftschiff-Idee des Grafen weiterträumt und hartnäckig umsetzt. Das neue Stück beginnt, wo der erste Teil endete. Auf dem Friedhof. Der Graf wird zu Grabe getragen. Schwermütige Stimmung.

Eine Weißgewandete (Elisabeth Mauder) singt von der Vision des alten Grafen, der Idee eines Friedenschiffes. Dann knallt es und blitzt es und raucht. Krieg! Auf der großen Leinwand im Hintergrund rollen die Panzer, Soldaten verstecken sich in Schützengräben, Kugelhagel. Ein französischer Offizier singt von Schuld, schnell, flott, packend: "Wir werden dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert". Ein furioser Beginn. Szenenapplaus.

Ortswechsel. In der Luftschiffhalle - als Projektion auf die Leinwand geworfen - mühen sich die Arbeiter, beklagen im Rap die Inflation. Eckener, gesungen und gespielt von Daniel Knapp, ermuntert seine Männer. Und verzweifelt selbst, die Franzosen wollen den Betrieb schließen. "Eckener? Eckener", ruf da eine zittrige Stimme, "so erregt kenne ich sie gar nicht". Der alte Graf! Leibhaftig? Eine Erscheinung? "Ob´s möglich ist oder nicht, das tut hier nichts zur Sache", meint der Mann mit der weißen Kapitänsmütze und dem Schnauzbart, gespielt vom wunderbaren Bastian Stoltzenburg.

Passagierfahrten. Reisen im Luftschiff. Friedensfahrten. Der Graf und Eckener träumen, singen. Auf der großen Projektionsfläche im Hintergrund leuchten die Schlosskirche von Friedrichshafen und ein Wolkenkratzer in New York auf, ein Zeppelin steigt empor und schwebt von hier nach dort. Das Luftschiff, "es hat Seele und auch Geist", singen Knapp und Stoltzenburg im Duett. Ein Gänsehaut-Moment. Und wieder: Szenenapplaus. Die Zuschauer im Graf-Zeppelin-Haus sind längst verführt.

Bis der erste Zeppelin, ein Reparationsluftschiff für die Amerikaner, in New York landen wird, hat Hugo Eckener eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, muss sich gegen Alfred Colsman durchsetzen, seinen Arbeitern die Sorge nehmen. Martin Weber, der Komponist, Texter und Produzent, hat ein sehr frisches, sehr abwechslungsreiches, auch musikalisch gelungenes Stück mit vielen Szenen und Ortswechseln geschrieben. Und Bastian Stoltzenburg, der Regisseur, hat Witz und Pfiff hereingebracht (man höre nur Susanne Barthel als Gemmingens Tochter beim Kaffeekränzchen ein Liedchen lispeln oder Erwin Hecht als Funker auf Schwäbisch der aufgedrehten amerikanischen Journalistin die Leviten lesen). Die Stimmung wechselt permanent. Mals ist es munter und fröhlich, mal schwer und düster, dann wieder melancholisch, nie aber kitschig. In einem Musical will das was heißen.

Viel zur Stimmung und zum Erfolg des Stücks tragen die Projektionen von Daniel Müller bei: Sie schaffen mit wenig Aufwand große Szenen.

Der Broadway in New York, das Luftschiff über Friedrichshafen, der Garten des Max von Gemmingen - Illusion durch Licht- und Schattenspiele.

Für Dynamik sorgen die tanzenden Arbeiter und Luftschiffmatrosen (choreographiert von Monika Gindele) und allen voran Asita Djavadi als Lady Grace Drummond-Hay, die erwähnte Journalistin. Sie ist der Star dieser Aufführung. Sie tanzt und singt sich kokett in die Herzen der Zuschauer. "Die Zeit des Bügelns ist vorüber", trällert sie im Emanzipationslied, die Frau will mit aufs Luftschiff. "Na Doktor Eckener, sind sie nun überzeugt?", flötet sie. "Ja", kann er nur seufzen.

Und dann ist es geschafft, das Reparationsluftschiff LZ 126 hebt unter der begeisterten Live-Moderation einer Radio-Reporterin (Ingrid Kunze) ab. Das Abenteuer Atlantiküberfahrt beginnt. Wieder Gänsehaut. Und wieder Applaus.

"Jetzt zeig ich euch mal richtig heiße Beine", ruft die gelangweilte Amerikanerin während der Fahrt und legt eine kesse Sohle aufs Luftschiffparkett. Der steife Eckener sieht´s gar nicht gern. Als Unwetter das Schiff fast nicht mehr zu halten ist und Eckener (beinahe) drei Arbeiter und den eigenen Sohn opfert, vergeht auch der Lady der Spaß. Verzweiflung, Gram, Scheitern stehen Eckener ins Gesicht geschrieben. Dass alles gut geht, dass Eckener triumphiert und in New York begeistert mit einer Konfettiparade empfangen wird. Das ist der wahre Kern der Geschichte.

Was muss unbedingt noch erwähnt werden? Die zwölfköpfige Band unter der Leitung von Thomas Spies, die hinter der Bühne live und hervorragend spielte.

Martin Weber, der mit satter Musical-Stimme wie Bastian Stoltzenburg gleich in drei Rollen glänzte. Die vier Japanerinnen, die im Singsang über die Bühne trippelten. Denn in "Zeppeins Traum" fährt das Luftschiff nicht nur bis New York, sonder rund um den Globus.

Beifallstürme, Jubel, rhythmischer Applaus. Im Graf-Zeppelin-Haus wie auf dem Broadway. "Lebe deinen Traum", das zauberhafte Duett, singen Daniel Knapp und Asita Djavadi als Zugabe. Die Entführung in Phantasiewelten ist gelungen.


Alice Natter



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06.07.2001 Traumhaft - Kompliment an Martin Weber und Daniel Müller

Nein, eigentlich ist es nicht üblich, zu einer Konzertbesprechung, einer Theaterkritik ein Kommentar zu schreiben. Schon gar nicht, wenn die Kritik deutlich sagt: Das war gut. Sehr gut. Ausnahmsweise das Unübliche, weil zu "Zeppelins Traum" noch nicht alles gesagt ist. Was zu sagen ist: Kompliment an Martin Weber und Daniel Müller, die beiden Macher, die ihren Traum vom Zeppelin-Musical beharrlich verfolgt haben.

Manch einer in der Stadt hat müde gelächelt vergangenes Jahr, als er von den Plänen hörte. Musiktheater über den Grafen? Von einem Autodidakten, mit Amateuren? Fast ohne Subventionen? Na, dann macht mal.

Weber und Müller machten. Auch wer aus Friedrichshafen kommt, kann in Friedrichshafen etwas großes auf die Beine stellen, wollten sie zeigen.

Und sie bekamen ihr Musical zum Zeppelin-Jubiläumsjahr hin, die kleinen Pannen und Macken wurmten doch. Aufgegeben haben sie nicht. Jetzt erst recht hieß die Parole. Sie sind professioneller geworden. Die Technik ist perfekt, die Musik ist flott, die Geschichte hat Schwung.Webers und Müllers Intension, Geschichte zu vermitteln und viel zu unterhalten ist voll aufgegangen. Es kann kein Zufall sein, dass die Akteure bei der Premiere als Zugabe noch einmal das Lied "Lebe Deinen Traum" gesungen haben. Mit einem dritten Musical soll er sich erfüllen, allen anfänglichen Skeptikern zum Trotz.


Alice Natter



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06.07.2001 Köstlicher Gegensatz der Charaktere - Uraufführung mit Standing Ovations gefeiert

Friedrichshafen - "Lebe Deinen Traum" ist die Botschaft des Musicals "Zeppelins Traum", dessen Uraufführung am Mittwochabend im Graf-Zeppelin-Haus mit Standing Ovations gefeiert wurde.

Eine Botschaft, die den Grafen meint und genauso für die Crew gilt, die sich hier mit viel Begeisterung ans Werk gemacht hat.

"Es war schön, hier in Friedrichshafen etwas auf die Beine zu stellen, es war ein schönes und harmonisches Gemeinschaftserlebnis", meinte ein sichtlich glücklicher Martin Weber beim Schlussapplaus. Nach dem zum Jubiläumsjahr 2000 komponierten Zeppelinmusical "Herr der Lüfte" wollte er die Geschichte aus Friedrichshafens großer Vergangenheit weiterspinnen, wollte den Traum des Grafen vom Einsatz seiner Luftschiffe für friedliche, völkerverbindende Zwecke verfolgen bis zur ersten triumphalen Fahrt eines Zeppelins nach New York.

Was wären alle Erzählungen aus alten Zeppelinzeiten, würde man die leisen Kolosse nicht visualisieren: computeranimiert von Webers Musicalpartner und Medienproduzent Daniel Müller, wandert das Luftschiff über die Großleinwand, schiebt sich von den Türmen der Schlosskirche zur Skyline von New York.

Immer wieder steht es im Mittelpunkt, ob in der Halle oder beim Loslassen der Halteleinen - überwältigend, wie der mächtige Leib sich über die Köpfe hinwegschiebt.

Die Projektionen aus teilweise historischen Filmen liefern den Hintergrund für die Geschichte, die Hugo Eckener in den Mittelpunkt stellt: als Mann, der einerseits mit aller Macht die Zivilluftschifffahrt durchsetzen will, der sogar das Risiko eingeht, mit dem ganzen Vermögen des Luftschiffbaus zu haften, der andererseits aber fast zerbricht unter der Verantwortung - bis immer wieder im Traum der Graf ihm neuen Mut einflößt. In Anwesenheit von Dr. Uwe Eckener, der mit seiner Rückschau auf den Mythos Zeppelin zugleich neugierig machte auf die künstlerische Umsetzung im Musical, und von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin ließ Weber einen historischen Bilderbogen von der Bestattung des Grafen bis zur Konfettiparade in New York - mit echtem Oldtimer auf der Bühne - ablaufen, musikalisch porträtiert von einer sehr eingängigen, die Stimmungen nachzeichnenden Musik: dramatisch auf peitschend für Krieg und Luftkampf, aggressiv die Schuldfrage, untermalend und träumerisch entrückt, wenn vor schillerndem Sternenhimmel die Schönheit der schwebenden Giganten beschworen wird. Die Live-Band hinter der Leinwand hat die Klangabstimmung gegenüber dem Vorjahr verbessert. So konnten sich die Stimmen gut durchsetzen, allen voran das vitale Musicaltalent Asita Djavadi aus Berlin.

Mit hinreißendem Temperament und einer ebenso hübschen Stimme wirbelte sie als kesse Lady Grace Drummond-Hay über die Bühne, ein köstlicher Gegensatz zu dem hünenhaften Eckener des Daniel Knapp und dem in mehreren Rollen agierenden Martin Weber, unter anderem als aufbrausender Colsman, der Eckeners Vision als Schnapsidee und ökonomischen Humbug vom Tisch wischen will. Eine hübsche Studie liefert Bastian Stoltzenburg als alter Graf. Choreographisch begleitet von Monika Gindele, streuen der kleine Chor und Tänzerinnen Episoden ein: von den mutlosen Werftarbeitern über die fesche Luftschiffbesatzung zu trippelnden Japanerinnen, die das vorüberziehende Luftschiff bestaunen. Ansteckend ist der Charme und die Begeisterungsfähigkeit aller Mitwirkenden, die hier etwas ganz besonderes auf die Beine gebracht haben.


Christel Voith


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28.06.2001 Abflug über den großen Teich - "Zeppelins Traum heißt das neue Zeppelin-Musical

Wieder wollen Martin Weber und Daniel Müller unterhaltsam im Buch der Zeppelin-Geschichte blättern:

"Zeppelins Traum" heißt ihr neues Musical, das an den Erfolg von "Herr der Lüfte" anknüpfen soll. Wie viele E-Mails er absetzten musste, das hat Daniel Müller erst gar nicht gezählt. Tagelang hat er über Internet Korrespondiert. Mit dem Deutschen Museum in München. Mit dem ZDF, dem Südwestrundfunk.

Irgendwer, verflixt, würde doch wohl wissen, wie ein Mikrofon im Jahr 1924 ausgesehen hat. Ein Archivar des Bayerischen Rundfunks hat ihm dann die entscheidenden Hinweise gegeben. Und so hebt das erste Luftschiff, das den Atlantik überqueren sollte, auch auf der Bühne mit dem gebotenen Medien-Brimborium ab: Der Süddeutsche Rundfunk berichtet, Reporterin Gertrud Eisele überschlägt es fast die Stimme. Ob dieser schwäbisch-schöne Name historisch verbürgt ist, sei dahingestellt, Tatsache ist, dass sie vor einem Reiß-Mikrofon stand.

Ein Ding mit einem riesigen Marmorblock zwischen vier Federn. Das brachte Müller nach hartnäckiger Recherche in Erfahrung. Und der Medienproduzent hat noch mehr Details von damals zutage gefördert: "Auch Live-Übertragungen hat es 1924 schon gegeben, übers Telefonkabel." Damit sich's auf der Bühne wirklich anhört wie aus dem Radioempfänger, wird der Ton später in der Szene über ein Effektgerät verzerrt. Müller ist da ganz pingelig. Mittlerweile ist er Experte, was die Geschichte der Rundfunktechnik betrifft. Und nicht nur das. "Ich glaube, ich kann jetzt bald beim Luftschiffbau anfangen!", meint er augenzwinkernd. Intensive Arbeit am Bühnenbild küsst bei einem Zeppelin-Musical eben ungeahnte Fähigkeiten wach...

Heute Probenarbeit in Friedrichshafen, morgen "Cabaret" in Fürth, übermorgen Abflug nach Berlin: Asita Djavadi ist Voll-Profi und ein Wirbelwind. Auch in ihrer Rolle als Grace Drummond-Hay, die sie in "Zeppelins Traum" spielt. Die Starreporterin des Hearst-Konzern hatte im amerikanischen Blätterwald für Knistern zu sorgen, sobald ein Zeppelin am Himmel erschien. Und sie reiste bei der legendären Weltfahrt 1929 mit um den Globus, den Notizblock stets gezückt: Eine extrovertierte amerikanische Lady, die mit Staunen und Amüsement die wortkargen schwäbischen Luftschiffer an Bord beobachtet. Zwei Welten prallen da aufeinander. Eine Paraderolle für Asita Djavadi, die an der Hochschule für Künste in Berlin den Studiengang Musical/Show absolviert hat. Sie spielt, singt und tanzt, als hätte sie Lady Hay persönlich gekannt.

Der männliche Hauptdarsteller, Daniel Knapp, musste sich an seine Rolle erst herantasten. Er verkörpert den Gegenpart zur quirligen amerikanischen Reporterin: Dr. Hugo Eckener, den besonnen, oft hölzern wirkenden Deutschen. Knapp hat im Internet recherchiert und eine Biografie über den Mann gelesen, der Zeppelins Werk vollenden sollte: "Ich musste mich in diesen sehr komplexen Charakter erst hineinleben. Am Anfang dachte ich, das ist ein zu großes Paar Schuhe." Doch mittlerweile trägt er es, wie es auch Eckener getan hätte: mit stoischer Ruhe. Von der kann bei Musical-Macher Martin Weber keine Rede sein.

Über Weihnachen hat er das Textbuch geschrieben, im Januar ging´s ans Komponieren, dann mussten Darsteller gefunden werden und schließlich auch noch Probenräume.

Bastian Stoltzenburg , der beim Vorgänger-Musical "Herr der Lüfte" in der Rolle des Grafen Zeppelin glänzte, kann sich diesmal als Multitalent entfalten. Zum Beispiel als Geist. Als solcher flüstert er Hugo Eckener immer wieder Zeppelins Visionen ein. "Der Geist erscheint in Situationen, in denen Eckener mutlos ist. Er ist das Alter Ego Eckeners, eine innere Stimme, wie es sie früher auch in der Lenor-Werbung gab" sagt Stoltzenburg schmunzelnd.

Und weil ein Geist naturgemäß im darstellerischen Bereich gewissen Beschränkungen unterliegt, spielt der Meersburger noch zwei weitere Rollen. Das ist anstrengend. Denn in den Proben wechselt er ständig zwischen Bühne und Parkett: Als Spielleiter muss Bastian Stoltzenburg sich das Stück auch mal aus Zuschauerwarte vor Augen führen. Freut er sich auf die Aufführung? "Ich bin genauso gespannt wie das Publikum."

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(Fotos: Daniel Müller)


Barbara Fülle


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13.06.2001 Musical-Premiere und doch Fortsetzung: "Zeppelins Traum" - Eckener und die Weltfahrt

Eckener und die Weltfahrt des Friedens-Luftschiffs

Friedrichshafen - Eine gute Geschichte muss noch lange kein gutes Musical werden. Das dachten im vergangen Jahr viele, die vom ehrgeizigen Projekt der Musicalmacher Martin Weber und Daniel Müller erfuhren, den Grafen Zeppelin singend und tanzend auf die Bühnenbretter zu stellen. Der Kreis der Förderer und Unterstützer hielt sich klein, die Skepsis war groß. Doch allen Unkenrufen zum Trotz: Der "Herr der Lüfte" riss das Publikum letztlich zu stehenden Ovationen hin. "Die Feuertaufe haben wir hinter uns", sagt Martin Weber der dieses Jahr zusammen mit Daniel Müller die Geschichte weiter erzählen wird. Seit Monaten arbeiten Sie mit Ihrem Team an "Zeppelins Traum", der am 4. Juli im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen Premiere haben wird.

Der Erfolg beschert dem Produzenten-Team Vorschusslorbeeren, die Türen geöffnet haben, die vergangenes Jahr verschlossen waren. "Vater des Projekts" nennt Martin Weber Ex-OB Bernd Wiedmann, der noch zu Amtszeiten nicht nur für finanzielle Unterstützung sorgte. "Er hat uns sein Wort gegeben und die Sache durchgezogen. Dann ging auf einmal alles leichter", befindet der Muscial-Macher.

Die Bäume wachsen natürlich auch diesmal nicht in den Himmel. Aber eine gute Geschichte muss einfach erzählt werden, sagt Martin Weber, der das mit Vorliebe in einem Musical tut. Beginnt er "Zeppelins Traum" zu umreißen, taucht der Mann weit ab in die Luftschiff-Historie, dessen glamouröse Zeit er im neuen Stück in den Mittelpunkt gestellt hat: Eigentlich steht diesmal nicht der Graf im Zentrum, sondern der Mann, der Zeppelins Traum verwirklichte. "1915 hat der Graf in einem Interview mit der amerikanischen Hearst Press gesagt, sein Traum sei, dass der Zeppelin einmal in friedlicher Mission den Atlantik überquert. Diesen Traum hat Hugo Eckener realisiert", sagt Martin Weber. Eckener ist demzufolge der Dreh- und Angelpunkt des neuen Musicals und dessen spektakuläre Weltfahrt mit dem LZ 126, das als Reparationsleistung der Deutschen 1924 nach Amerika gebracht wurde. Der Flug von Friedrichshafen nach New York bildet die Rahmenhandlung, die freilich mit allerlei Episoden gespickt ist, die nicht unmittelbar dieser Fahrt zuzuordnen sind.

Martin Weber ist fasziniert von der Person Eckeners, die seiner Meinung nach viel zu wenig im Rampenlicht steht. Eckener, der nach dem Tod des Grafen an den "fliegenden Zigarren" festhielt, weiter Luftschiffe bauen wollte und sich letztlich in einem Machtkampf innerhalb des Konzerns gegen den Ökonomen Colsman durchgesetzt hatte. Eckener, der an den Zeppelin als Friedens-Luftschiff glaubte und das Vermögen des Konzerns auf´s Spiel setzte, um mit der Reparationsfahrt auch ein Teil der Schuld Deutschlands, das den Ersten Weltkrieg angezettelt hatte, abzutragen.

Eckener, der 1929 bei einer weltweiten Umfrage von einer italienischen Zeitung als der berühmteste Mann auf dem Globus ermittelt wurde. Eckener, der 1932 - von der SPD nominiert - gar als Reichspräsident im Gespräch war, falls sich Hindenburg zurück zieht. "Eckener wurde bei seiner Ankunft in New York auf der ganzen Welt mehr gefeiert als Graf Zeppelin jemals zuvor. Dieser Mann verkörpert eine internationale Dimension, und er bescherte dem Zeppelin-Luftschiff seine beste Zeit", so Martin Weber. Aber auch er weiß, dass nicht nur die Zeppelin-Geschichte endete, als Hitler an die Macht kam, sondern auch die Eckeners. Eigentlich gehört diese "Episode" zum zweiten Teil aber: "Die Nazi-Geschichte ist viel zu wichtig, um sie kurz und knapp in diesem Stück zu verbraten. Es wird einen dritten Teil geben, der sich mit der Frage beschäftigt: Wie hat ein guter Mensch, der nicht emigrierte, Nazi-Deutschland überlebt? Das muss man irgendwann bringen", verrät Martin Weber, der bei seinen Recherchen kaum an einen Zeitgenossen geraten ist, der nicht mit Hochachtung von Hugo Eckener sprach. Das Publikum darf sich also auf ein Stück freuen, das "musikalisches Infotainment" verspricht


Katy Coko



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26.04.2001 Immer gut für eine starke Nummer - Das zweite Zeppelin-Musical in Friedrichshafen

Die Geschichte der Luftschiffe made in Friedrichshafen ist ein ganz schön harter Brocken. Doch Martin Weber und Daniel Müller servieren ihn leicht verdaulich: Jetzt mit ihrem zweiten Zeppelin-Musical.

Das etwas andere Fest war das schon. Von wegen alle Viere von sich strecken. Nein, an Weihnachten hatte Martin Weber "Turbo-Stress". Die Zeit drängte. Dialoge mussten zu Papier gebracht, Szenen ausgebrütet werden. Und während aus allen Kanälen süßliche Klänge ertönten, machten ihm andere Songs zu schaffen. Die für sein neues Musical. Seit Zehn Jahren hat sich der Meckenbeurer dem Musiktheater verschrieben. Der so genannten leichten Muse - die doch ein ganz schön hartes Brot ist. Diesmal biss er sich fast die Zähne aus. Die Zeppelin-Geschichte hat´s in sich. Bloß leider keine einzige Frau zu bieten. "Das Luftschiff" meint Weber, "war immer eine Männerkiste". Woher also die weibliche Hauptrolle nehmen?

Der Musical-Macher ging auf Tauchstation. Und entdeckte in den Aufzeichnungen aus jener Zeit Lady Drummond-Hay. Die Starreporterin, die für die Klatschpresse in Amerika schrieb, umrundete 1929 mit dem Luftschiff den Globus.

LZ 127 "Graf Zeppelin" auf Weltfahrt - das war ein sorgsam eingefädelter Werbecoup. Doch Webers neues Musical "Zeppelins Traum" rückt Hugo Eckener ins Zentrum. Wie der Zeppelin-Nachfolger nach dem ersten Weltkrieg, als alles zu Ende schien, ein neues Luftschiff ertrotzt: LZ 126. Er verspricht die Zigarre den Amerikanern. Und steuert sie eigenhändig über den Atlantik. Die Lady ist zu diesem Zeitpunkt noch weit und breit nicht in Sicht. Wie also die beiden Figuren gemeinsam auf die Bühne bringen? Dramaturgisch eine knifflige Frage. Die Weber selbst seine Weihnachtsgeschenke vergessen ließ. Er fand eine Lösung. "Statt eines roten Erzählfadens", verrät er, "gibt´s diesmal ein Puzzle". Mit immer ausgefeilteren Ideen ging Weber im Lauf der Jahre zu Werk. "Es genügt eben nicht", meint er, "30 Songs aneinander zu reihen". Das hat er bei seinen ersten Versuchen gemacht. Student war er damals an der Uni Köln, doch weit mehr als das Fach Afrikanistik, für das er eingeschrieben war, nahmen ihn die Musical-Arenen in Beschlag. Weber hat zugeschaut, analysiert, gelernt. Und eigene Flops produziert. Er sollte an den Bodensee zurückkehren müssen, um einen Stoff zu finden, der ihn lehrte, Höhen und Tiefen auch bühnentechnisch zu bewältigen:

Das Leben Graf Zeppelins.

Während Weber in wenigen Monaten das Musical "Herr der Lüfte" schrieb, rief der Stoff bereits nach einer Fortsetzung. Denn im Stück fällt mit Zeppelins Tod der Vorhang. Doch im richtigen Leben war die große Ära seiner Himmelswale noch nicht einmal angebrochen. Die Story, wie es mit ihnen in den 20-er Jahren weitergeht, stellte auch Co-Produzent Daniel Müller vor neue knifflige Fragen. Er ist auch fürs Bühnenbild zuständig. Das er in "Herr der Lüfte" exzellent gemeistert hat. Flugungestüme für die Aufstiege und Abstürze von Zeppelinen kamen dem Medien-Produzenten nicht auf die Bühne. Stattdessen erzeugte er mit Bild-Projektionen Atmosphäre. Doch diesmal sollen die Bilder durch Video und Animation laufen lernen. Und überhaupt soll mehr Dynamik ins Spiel kommen - inklusive einer Broadway-Nummer. Die Musical-Macher sind überzeugt, dass auch "Zeppelins Traum" seine Feuerprobe besteht: "Weil wir eine faszinierende Geschichte unterhaltsam und mit Pep vermitteln", so Müller.


Barbara Fülle


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26.05.2001 Mit Eckener dem Mythos nachspüren - Musical "Zeppelins Traum"

Friedrichshafen/Meckenbeuren - Dass das Musical "Herr der Lüfte" noch eine Fortsetzung erfahren sollte, war den "Machern" Martin Weber und Daniel Müller bereits vor den Aufführungen im Vorjahr klar. Mit "Zeppelins Traum" steht im Juli eine solche im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen an; wird aber wohl nicht der "Weisheit letzter Schluss" bleiben.

"Ein dritter Teil muss irgendwann kommen", ist den gebürtigen Meckenbeurern im Lauf ihrer Recherche bewusst geworden. Die hatte sie nicht nur umfangreiche Literatur zu Zeppelin und Eckener wälzen lassen, sondern auch in Kontakt mit Zeitzeugen und Nachkommen gebracht:

Vor allem die Gespräche mit Dr. Uwe Eckener (ein Enkel Hugo Eckeners) seien sehr informativ verlaufen; stets die Frage im Hinterkopf: "Warum waren die Leute damals so begeistert von den Zeppelinen?"

Gefühle, wie sie sich die Musicalmacher natürlich auch für "Zeppelins Traum" erhoffen - eine Show, die in die "Glamourzeit der Zeppeline" entführen soll, für die die Konfettiparade auf dem Broadway stellvertretend steht.

Weber und Müller beabsichtigen einen unterhaltsamen Bogen zu schlagen, der vom Wirrwarr des Weltkriegs-Endes (1918) bis zu Eckeners Friedensansprache (1924) in New York reicht. Der Luftschiffkapitän und seine Amerika-Fahrt mit LZ 126 stehen diesmal im Mittelpunkt - ohne dass die Chronologie die Oberhand gewinnt. Vielmehr wird "Zeppelins Traum" wesentlich mehr phantastische Sequenzen enthalten als dies bei "Herr der Lüfte" der Fall war. Aus den Erfahrungen des Vorjahrs haben Weber und Müller sicherlich gelernt - was sich in erster Linie auf den technischen Bereich bezieht. Den "Kinderkrankheiten" begegnen beide mit akribischer Planung (und unzähligen Musical-Besuchen in Deutschland und New York), an deren Ende im Juli "ein Musical aus einem Guss" stehen soll.

Bewährt hat sich die Maxime, für die Hauptrollen professionelle Darsteller zu engagieren, um die herum sich gute Amateure scharen. So wurden Daniel Knapp als "Hugo Eckener" und Asita Djavadi als "Lady Grace Drummond-Hay" gewonnen. Die Regie hat Bastian Stoltzenburg (Meersburg) inne, die musikalische Leitung Thomas Spies (Lindau), die Choreographie Monika Gindele (Friedrichshafen).

Ist die verbesserte musikalische Abstimmung das eine, so soll auch der visuellen Umsetzung mehr Gewicht zukommen - etwa indem bei "Zeppelins Traum" neben Standbildern auch bewegte Bilder eingesetzt werden. Zugute kommt dem für das Bühnenbild und Produktionsdesign verantwortliche Daniel Müller dabei eine Neuanschaffung des Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen - ein lichtstarker Daten- und Videobeamer.

Dass die Darstellung lediglich ein Aspekt sein kann, wissen Weber und Müller nur zu genau. "Die Geschichte ist wichtig", lautet Ihr Credo - sehen sie doch die Zeit der Effekte im Musicalsektor zu Ende gehen. Die Leute zu unterhalten uns sie zugleich mit dem Zeitgeschehen zu konfrontieren - dies ist das Hauptanliegen bei den Aufführungen die sich hauptsächlich des Sponsorings von Stadt Friedrichshafen und der Firma Zeppelin erfreuen.

Auf die Rückmeldung des Publikums sind Weber und Müller unverändert angewiesen - so dass unter allen Besuchern, die sich auf einem Fragebogen zu "Zeppelins Traum" äußern, eine Fahrt mit dem neuen Zeppelin NT verlost wird.


Roland Weiß



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09.02.2001 Statisten gesucht für die Konfetti-Parade - Zeppelin-Musical, Teil zwei: "Zeppelins Traum"

Zeppelin-Musical, Teil zwei: Martin Weber und Daniel Müller produzieren eine Fortsetzung

Vom Grafen zu Hugo Eckener - das Musical "Herr der Lüfte" geht weiter. Martin Weber und Daniel Müller haben Geschmack am industriegeschichtlichen Musiktheater gefunden und planen - nach dem Erfolg des Zeppelin-Musicals im vergangenen Jahr - die Fortsetzung. "Zeppelins Traum" heißt das Musical, zweiter Teil. Anfang Juli soll das Stück im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen aufgeführt werden, jetzt werden Statisten und Musiker gesucht.

"Infotainment" nennt der Meckenbeuer Medienproduzent Daniel Müller das Ziel: "Geschichte unterhaltsam vermitteln". Mit "Herr der Lüfte" sei das gelungen, sagt Komponist und Texte-Schreiber Martin Weber.

Trotz anfänglicher Wiederstände. "Nach dem 8. Juli 2000 sind die Leute gestanden und haben gesagt ´Jetzt wissen wir endlich mal, was mit dem Grafen los war.´" Ging es im ersten Teil um die Anfänge der Zeppeline bis zur Volksspende, behandelt Teil zwei die Glamour-Zeit der Luftschiffe und den Ruhm des Piloten aus Friedrichshafen. Im Mittelpunkt steht die Überfahrt des LZ 126, des Reparationsluftschiffes, nach New York.

Dass Hugo Eckener dort eine Konfettiparade auf dem Broadway bekam, hat Musical-Autor Weber schlicht fasziniert. Der begeisterte Empfang in den USA, die Glanzzeit des Zeppelins - Weber will seine Sicht der Dinge "möglichst plastisch darstellen" in einem Stück, "das einfach gut ist". Die Rede Eckeners vor dem New Yorker Capitol-Theater und sein Plädoyer für Friedensluftschiffe: "Einfach toll". Da hofft der umtriebige Friedrichshafener, "den emotionalen Moment rüberzubringen". Wer sage, Eckener sei nur ein eiskalter Geschäftsmann gewesen, verkenne die andere Seite des gefeierten Luftschiffpiloten. "Eckener war

eine ganz tragische Figur", sagt Weber. Wieso, das versucht er in "Zeppelins Traum" zu erklären. Im September hat der Friedrichshafener, der selbst im März bei "Hoffmanns Erzählungen" im GZH einen Studenten singt, mit dem Schreiben und Komponieren begonnen, inzwischen liegt das Manuskript - zum Gegenlesen - bei Hugo Eckeners Enkel Dr. Uwe Eckener. Und Müller und Weber, die beiden unermüdlichen Produzenten, sind auf der Suche nach Darstellern - "gestandene Profis und talentierte Leute aus der Region". Mit dieser Mischung haben die Musical-Macher schon bei "Herr der Lüfte" ihre Erfahrungen gesammelt: "Da ziehen die Führungskräfte die Amateure mit". Bei "Zeppelins Traum" sollen "namhafte Musicaldarsteller" die Hauptrollen singen: Eckener, Colsman,

Lady Grace (die einzige Frau im Stück!) und den Grafen (besser: seinen Geist). Von einer Berliner "Grease" - Sängerin hat Weber "eine 80-prozentige Zusage".

20 Sänger/innen und Schauspieler sucht das Duo insgesamt für das Stück, außerdem zwölf, dreizehn Musiker.

Wer Lust hat, bei "Zeppelins Traum" zu singen oder zu spielen: Morgen veranstalten Martin Weber und Daniel Müller im Graf-Zeppelin-Haus eine "Open Audition", da kann sich jeder mit Stimme oder Instrument bewerben.Die Produzenten haben nicht nur Nebenrollen zu vergeben, sondern suchen auch Statisten für die großen New Yorker Volksaufläufe. Daniel Müller, der für Bühnendesign und Projektionstechnik zuständig ist, plant eine größere Bühne als im vergangen Jahr und neben Standbildprojektionen auch bewegte Realbilder und Animationen.

Wenn auch der 2. Teil des Zeppelin-Musicals ein Erfolg wird? Martin Weber denkt bereits an eine Trilogie. Im 3. Teil würden die Nationalsozialisten ins Spiel kommen und der Versuch der politischen Instrumentalisierung der Luftschiff-Begeisterung. "Aber das wird dann kein Spaß".


Alice Natter



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2000  
 
03.12.2000 Lebendige Geschichte voll Pioniergeist - "Herr der Lüfte" in Lüdenscheid

Lüdenscheid - "Graf Ferdinand von Zeppelin - als Soldat anerkannt, als Erfinder eine tragische Figur...".

Nachdenklich sitzt Hugo Eckener, Reporter der Frankfurter Zeitung, an seinem Schreibtisch. Vor Augen sind die Ereignisse bei Kißlegg im Allgäu. Jubelnde Menschenmassen: "Schaut euch das an, schaut doch nur! Das Luftschiff kommt zu uns!". Aufregung: Eigentlich wollte der Graf doch am Bodensee landen. Starker Wind, Notlandung, in der Nacht ein heftiges Gewitter, das den stolzen Zeppelin zerstört, Abwrackung des Schiffes, aus der Traum. "Es ist eben nicht so einfach, Herr der Lüfte zu sein!" Tief bewegt lässt Hugo Eckener das Leben als Erzähler Revue passieren. Lebendig wird die Geschichte einer Vision, eines Traums, der mit der ersten Ballonfahrt des Grafen 1863 in Amerika seinen Anfang nahm.

Zur Zeppelin-Ausstellung in den Museen das Zeppelin-Muscial im Kulturhaus: Just am Vorabend der Ausstellungseröffnung wurde der Traum vom Fliegen auf der Bühne wahr. Schon bei der Uraufführung am 8. Juli diesen Jahres, dem Geburtstag des Grafen, stürmisch gefeiert, hinterließ das Zeppelin-Musical

"Herr der Lüfte" von Martin Weber (Autor und Komponist) und Daniel Müller (Medienproduzent) auch am Samstagabend im Kulturhaus nachhaltigen Eindruck. Vor gut besuchtem Haus entführte die "mediaimpuls"-Produktion aus Friedrichshafen in die Zeit der Gründer und Erfinder, die gleichermaßen von großer Begeisterung, zähem Ringen und Katastrophen gekennzeichnet war. Gleichzeitig mit der Familiengeschichte des Hauses Zeppelin wurde - auf Einladung des Kulturhauses und des Rotary-Clubs - die nunmehr 100-jährige Verbundenheit Lüdenscheids mit der Luftschifffahrt durch die Familie und Firma Karl Berg auf der Bühne lebendig. Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin, Urenkel des Grafen Ferdinand und Schirmherr der Ausstellung "Der Traum vom Fliegen", schickte dem Musical denn auch eine Würdigung Carl Bergs, dessen Aluminium Werkstoff der Zeppeline war, als Unternehmer und Ideenlieferant voraus.

Unter Regie von Anke Erdmann zogen zu eingängigen Songs und imposanter Live-Musik (musikalische Leitung: Thomas Spies) markante Stationen im Leben des Grafen Zeppelin vorüber. Hintergrundprojektionen (von Daniel Müller)- Zeichnungen, Pläne, Konstruktionen - begleiteten das Geschehen und deuteten Schauplätze an. Wenig markante Requisiten, beeindruckend die Szene mit dem Ballonkorb, gingen mit den Projektionen Hand in Hand. Aufwändige Kostüme und Geräuscheinspielungen schufen authentisches Flair. Ungemein einfühlsam spielte Bastian Stoltzenburg den Grafen, dessen langer Weg - tolle Maske - vom Soldaten zum Unternehmer ein dorniger, steiniger voller Katastrophen und Niederlagen war. Pioniergeist, Verzweiflung und nie versiegender Mut spiegelte sich in seinem Spiel. Wieder und wieder den Ruin vor Augen, hielt er an seiner Vision fest und brachte den Zeppelin zum Schweben. Treu an seiner Seite, Stütze und Halt: Isabella, seine Frau (schöne Singstimme: Sandra Lohr). Hugo Eckener, von Ralph Eißler in der Doppelrolle des Journalisten und des Unternehmers Carl Berg (obligatorisches "Woll?") zum Leben erweckt, wandelte sich vom Kritiker zum glühenden Mitstreiter.

Lebendige Geschichte, dieses Musical, die anrührte und bewegte.


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Sandra Lohr als Gräfin Isabella von Zeppelin und Bastian Stoltzenburg als Graf Ferdinand von Zeppelin (Foto: Daniel Müller)


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Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin (Foto: Daniel Müller)

 


Monika Salzmann



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14.11.2000 Eckener gibt Stoff genug für eine Fortsetzung - Nach "Herr der Lüfte" Zeppelin-Musical Teil 2

Friedrichshafen - Der Eckener, nein, der gebe nichts her für eine Fortsetzung des Zeppelin-Musicals "Herr der Lüfte" - so bekamen es Martin Weber und Daniel Müller schon mehrmals zu hören. Sie denken anders: Erst Hugo Eckener brachte die schwebende Zigarre über den großen Teich.

Skepsis ist ihnen nicht neu: Als Martin Weber und Daniel Müller "Herr der Lüfte" planten, habe es auch geheißen, dieser Stoff sei nicht musical-tauglich. Wie sich erwies, war er es doch. Webers Text und Komposition, zusammen mit Müllers visueller Umsetzung, füllten das Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen sowie das Konzerthaus Ravensburg. Allerdings, so Martin Weber, sei man mit der Produktion an den Rand des technisch Möglichen gelangt. Unterm Strich ziehen die beiden Musical-Macher eine positive Bilanz: Für weitere Projekte habe man viel gelernt.

Schließlich haben die beiden mit dem Zeppelin-Stoff noch eine ganze Menge vor: "Herr der Lüfte" endet im Scheitern des Grafen. Ein zweiter Teil soll nun zeigen, wie Hugo Eckener das Unternehmen groß machte.

"Ich bin im Oktober 1999 auf diese Geschichte gestoßen. Vorher wusste ich nicht dass Eckener drei Mal beim US-Präsidenten war. Das liegt hier wie Gold auf der Straße und muss nur noch aufgearbeitet werden", sagt Weber.

Noch auf dem Sterbebett träumte Graf Zeppelin von einer Luftschiff-Fahrt nach Amerika. Dieses Vermächtnis erfüllte Generaldirektor Eckener mit Beharrungsvermögen und diplomatischer Cleverness.

Bislang unveröffentlichtes Material aus seinem Nachlass entdeckte Dr. Uwe Eckener jüngst in einer Truhe. Auf die Unterstützung des Konstanzers hoffen Weber und Müller nun. "Auch Eckener als kühler nordischer Mensch gibt genügend emotionellen Stoff her", sagt Martin Weber.

"Als Eckener und der Zeppelin 1924 in die USA fuhren, wurden sie in New York mit einer Konfetti-Parade empfangen", erzählt Daniel Müller. Sicher eine Schlüsselszene des neuen Musicals. 1952, zwei Jahre vor seinem Tod, tat der verbitterte Unternehmer visionäre Worte: Erst wenn dauerhafter Friede eingekehrt sei, werde wieder ein Zeppelin in die Luft steigen. Ob sie ihre Eckener-Geschichte damit enden lassen wollen, wissen Weber und Müller noch nicht. Die Hindenburg-Katastrophe, Lakehurst 1938, wird nicht Schluss-Szene sein: "Der Zeppelin, das ist mehr als die Abstürze", sagt Weber.

Mit "Herr der Lüfte" und seiner geplanten Fortsetzung - zu sehen voraussichtlich im Juni 2001 - wollen die Musical-Macher zweierlei: Unterhalten und Geschichte präsentieren. Ob sie von einer festen Spielstätte träumen? "Das ist Zukunftsmusik", so Martin Weber. Allerdings, "wenn die Nachfrage da ist..." Es müsse ja nicht so bombastisch sein wie in Füssen, wo für gut 100 Millionen Mark das König-Ludwig-Musical eine Heimstatt fand...


Martin-Weber Daniel-Mueller

Martin Weber (li.) und Daniel Müller (Fotos: Astrid Stoll)

Astrid Stoll



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12.10.2000 Mit dem Graf auf Musical-Tour

Das Publikum war außer Rand und Band: Stehende Ovationen erhielt das Zeppelin-Musical "Herr der Lüfte", als es in Friedrichshafen uraufgeführt wurde. Jetzt gehen seine beiden Macher mit ihm auf Tour. Und sie haben sich Tipps geholt: bei einem Musical-Festival in New York.
Sie sind eben aus New York zurückgekehrt. Ein Pflaster, das Musical-Macher anscheinend magisch anzieht.

Ist Ihnen Friedrichshafen zu klein geworden?

Daniel Müller: (lacht) Überhaupt nicht. Friedrichshafen ist vor allem angenehm leise.

Martin Weber: Wir haben jetzt eine realistische Sicht der Dinge. Wir wissen, wo wir mit "Herr der Lüfte" stehen.

Die Lebensgeschichte Graf Zeppelins - ist das mehr als ein regionaler Stoff?

Martin Weber: Zeppelin ist ein Mythos. Insofern ist der Stoff überall faszinierend. Da brauchen wir uns nicht zu verstecken. Beim "Festival of New Musicals" in New York hab´ ich mich gewundert, wie banal die Themen teilweise sind, die auf die Bühne gebracht werden. Eine Frau steht zwischen zwei Männern, und solche Dinge. Die Männer sind ein Trapper, der im freien nächtigt und ein häuslicher Bankdirektor. Und die Frau entscheidet sich für den Falschen. Klischee pur. Doch die Amerikaner begeistern solche Geschichten.

Der große Durchbruch ist Ihnen aber wohl nicht beschieden?

Martin Weber: Nein, gewiss nicht. Uns hat in New York auch etwas völlig anderes interessiert: Gibt es Leute die aus einer ähnlichen Position wie wir zu überregionalem Erfolg kamen? Das ist eigentlich nur möglich, wenn man eine der großen Produktionsgesellschaften überzeugt. Und das ist schwierig.

Aber Sie träumen davon?

Martin Weber: Wir müssen noch weiter an der Perfektion von "Herr der Lüfte" arbeiten. Wir hatten bei der Erstaufführung wunderbare Publikumsreaktionen, und ich denke, wenn wir das noch öfter haben, dann wissen wir, dass das Stück einen gewissen Qualitätsfaktor hat, dass es also auf eine gewisse Art und Weise funktioniert. Wenn wir das herausgefunden haben, dann versuchen wir, uns mit dem Stück bei den großen Spielern der Branche zu bewerben.

Daniel Müller: Die nächste Bewährungsprobe ist Lüdenscheid.

Dort wird "Herr der Lüfte" im Dezember aufgeführt. Vorher aber, im November, ist das Musical nochmals in Friedrichshafen und in Ravensburg zu sehen. Haben Sie bereits etwas verbessert?

Daniel Müller: Geändert wurden ein paar musikalische Arrangements. Von den Szenen her wird das Stück gleich bleiben.

Ein Musical über das Leben Graf Zeppelins, das ist in Friedrichshafen ein Selbstläufer. Bei dem begeisterten Beifall, den die Aufführung bekam, war auch ein Schuss Lokalpatriotismus dabei. Sind die Aufführungen an anderen Orten nicht auch eine Bewährungsprobe?

Daniel Müller: Eine Bewährungsprobe ist sicher jede Aufführung. Auf die Termine in Ravensburg freuen wir uns aber ganz besonders, denn wir spielen im Konzerthaus, und dieses Haus hat eine unverwechselbare Atmosphäre. Es wurde 1897 gebaut, hat wunderschönen Stuck - eine Kulisse, zu der "Herr der Lüfte" blendend passt, das Musical spielt ja ebenfalls um diese Zeit. Auch unsere Projektionen im Hintergrund werden durch die etwas kleinere Bühne eine große Wirkung haben.

Ist schon ein neues Musical in Planung?

Martin Weber: Ja, ich bin dran. Es ist eines über Hugo Eckener, schließt an den Zeppelin-Stoff also nahtlos an. Den roten Faden hab´ ich noch nicht, aber einen hellroten. Es ist eine heiße Geschichte.

Bis wann wird man sie sehen und hören können?

Martin Weber: Ich denke bis Juli 2001

Barbara Fülle



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10.07.2000 Fliegender Reitergeneral feiert rauschende Premiere - Musical "Herr der Lüfte" begeistert

Zeppelin-Musical "Herr der Lüfte" begeistert im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen

Der Mann hatte wirklich Biss. Gegen alle Wiederstände, gegen allen Hohn setzte sich der große alte Herr nach endlosem Ringen in die Lüfte ab.Ferdinand Graf von Zeppelin - gerade eine Woche lang befeiert, begossen und besprochen. Jetzt also auch noch als Musical. Warum auch nicht. Herr Graf ist für uns alle da. Angenommen hat sich dieses heimatlichen Stoffes kein Geringerer als der vielseitig aktive, seit seiner ersten Produktion "Inner Light" vor sieben Jahren flugs bekannt gewordene Texter, Komponist und Produzent Martin Weber. Heimatort des kaum zu bremsenden Höhenfliegers: Meckenbeuren.
Das Zeppelin-Musical "Herr der Lüfte" stellt seine siebte Arbeit dar und darf getrost als seine reifste bezeichnet werden. Nie aufgeben, es lohnt sich - diese Botschaft des Grafen muss dem idealistischen Musiker sehr nahe gewesen sein. Jetzt feierte er auf der Bühne des Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Hauses mit einem bunten Ensemble aus Profis und Amateuren eine rauschende Premiere.

Für Produktionsdesign und Projektionskonzept zeichnete der Absolvent der Multimedia-Akademie und gleichzeitig Co-Produzent, Daniel Müller, verantwortlich. Reduktion der Mittel hieß das neue Zauberwort, mit dem sich Martin Weber des gräflichen Lebensstoffes annahm: Die Ballonfahrt 1863 im amerikanischen St. Paul, die Belagerung vor Paris 1870/71 oder das jahrelange Ringen um die Planung, Materialien und militärische Finanzspritzen. In spotartigen Sequenzen überbrachte er individuell ausgewählte, wesentliche Stationen des fliegenden Reitergenerals, ließ den Journalisten Hugo Eckener objektive Berichterstattung betreiben oder indirekt - aus der Beobachtung - freud- und leidvolle Erfahrungen des Erfinders andeuten. Dieses Konzept ging komplett auf. Trotz wackerer zwei Stunden Spielzeit bedeutete die Aufführung bis auf wenige Ausnahmen lebendige Kurzweil für das begeistert mitfiebernde Publikum.
Wenig Kulissen und diese dafür öfter, beeindruckende Projektionen, eine überschaubare Darstellerzahl und Kompositionen (souveräne musikalische Leitung der hervorragenden Musiker: Thomas Spies), die vor allem in den langsamen Songs eine individuelle Handschrift verfolgten und insgesamt eine zielgerichtete, rhythmische Geschlossenheit zeigten.

Bastian Stoltzenburg verlieh der Rolle des Grafen von Zeppelin glaubwürdige Stärke, führte ihn überzeugend durch Zweifel und Sehnsüchte und zeigte auch stimmlich eine ausgesprochene Modulationsfähigkeit. Ihm zur Seite eine echte Lebenspartnerin, Gräfin Isabella (Sandra Lohr) die mit strahlendem Sopran die herausragendste Stimme des Abends offerierte. Nur Schade, dass sie so musical-trächtig hallen musste. Vielseitig präsentierte sich der junge Schweizer Johannes Göddemayer in den Rollen. Dr. Karl Wölfert und Major Groß. Ein Skeptiker voll preußischem Schneid und ignoranter Arroganz. Da knallten die Hacken und die Spitzen. Der Jurist repräsentierte den Gentleman. Ralph Eißler war Dr. Hugo Eckener: jovial, intellektuell und offener Sympathisant. David Schwarz alias Rudi Höllbacher gab den Kontrahenten Zeppelins - ein Tettnanger mit Charme. Marion Müller, Christian Hock, Markus Striedacher und einige Ensemblemitglieder komplettierten die Erfolgsstory: "Denn nur wer an sich glaubt, hat auch ein Ziel". Und Erfolg. Minutenlanger Beifall im Stehen für die fliegenden Bodenseeler.

Alice Natter


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(Fotos: Daniel Müller)


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28.06.2000 "Herr der Lüfte" trotzt dem Gegenwind - Martin Weber und Daniel Müller in Produktion

Warum in die Ferne schweifen? Diese Frage stellte sich Martin Weber, der viel in der Weltgeschichte herumgereist ist, in den vergangenen Monaten oft. Auf der Suche nach d e m Stoff für das nächste Musical stieß der Künstler und Produzent aus Friedrichshafen ausgerechnet vor der eigenen Haustür auf die historische Figur, die ihn bisher am meisten faszinierte: Graf Zeppelin. Im Oktober letzten Jahres begann Martin Weber, sich mit dem "Herr der Lüfte" auseinander zu setzen. Am 8. Juli, dem Geburtstag Graf Zeppelins, ist die Premiere des Musicals - im großen Hugo-Eckener-Saal des Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Einen passenderen Aufführungsort kann es für dieses Stück kaum geben. Beide Persönlichkeiten, deren Namen bis heute im öffentlichen Bewusstsein sind, spielen die Hauptrolle im Weber-Musical.

Die Beziehung zwischen Zeppelin und Eckener ist so etwas wie der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht. "Wir zeigen kein Bild des wahren Grafen mit dem Anspruch, möglichst authentisch zu sein. Vielmehr präsentieren wir eine bunte Abfolge von Szenen aus dem Leben des Grafen, zum Leben erweckt durch unser persönliches Verständnis.", sagt Martin Weber, der gemeinsam mit dem Multimedia-Experten Daniel Müller dieses Projekt durchgezogen hat und mit dem Musical "unterhaltsam Geschichte vermitteln will. Weber selbst kommt sich mittlerweile wie ein "wandelndes Zeppelin-Lexikon" vor. Mit dem angelesenen Biographen-Wissen entwickelte er das erste Textbuch, mit dem er im Januar ins Rathaus zog und die Verantwortlichen von seiner Idee und dem Projekt "Zeppelin-Musical" zu überzeugen suchte, um Unterstützung warb.

Viele Leute waren und sind auch noch skeptisch. "Wir hatten gehörigen Gegenwind, fanden letztlich aber doch die Unterstützung, die wir brauchten", sagt Martin Weber, der den Kopf nicht in den Sand steckte. Einen, den das Duo Müller/Weber mit ihrer Begeisterung anstecken konnte, war Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin, ein Nachfahre des Luftfahrt-Pioniers. Auch er stand dem Projekt anfangs mehr als kritisch gegenüber. Bis es ein "geniales" Gespräch zwischen den Männern gab, so Weber. Danach ließ der Graf seine Unterstützung offenkundig werden und es sich sogar nicht nehmen, ein Empfehlungsschreiben an die Friedrichshafener Kulturbürgermeisterin sowie ein Grußwort für das Musical-Programmheft zu schreiben, in dem die Sympathie für die beiden "Dickköpfe" und deren Vorhaben zum Ausdruck kommt. Martin Weber glaubt, dass das positive Veto des Zeppelin-Nachfahren ein Grund ist, warum die Stadt für das Stück

20.000 Mark letztlich doch zur Verfügung stellt. Optimal liefen die Vorbereitungen sicher nicht. Nicht nur Gegenwind von offizieller Seite kostete Kraft, auch intern kriselte es mächtig. Den eigens für die Zeppelin-Rolle engagierten Profi-Schauspieler aus Füssen ließ Weber wieder ziehen, weil der mehr Druck ins

27-köpfige Ensemble auf die Bühne brachte. Heute ist der Musical-Macher regelrecht glücklich, in dem Meersburger Bastian Stoltzenburg einen Trumpf im Ärmel zu haben, der einen symphatischen Zeppelin rüber bringt und zum Glücksfall für das Stück geworden ist".

Der Vorverkauf für "Herr der Lüfte" läuft gut, sagt Martin Weber. Er hofft natürlich auf eine erfolgreiche Premiere. Wird das Stück vom Publikum angenommen, könnte sich der Produzent eine Deutschland-Tournee vorstellen, denn Zeppelin ist derzeit nicht nur in Friedrichshafen in aller Munde.

Und er liebäugelt bereits damit, einen zweiten Teil der Geschichte zu schreiben, in deren Mittelpunkt der Vollender des Werkes von Graf Zeppelin stehen soll. Hugo Eckener hätte diese Beachtung verdient, meint Martin Weber. "Vielleicht kommt ja am Ende eine kleine Zeppelin-Renaissance heraus. Ein bisschen Träumen darf man ja."

Katy Sarodnick



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21.06.2000 Der Herr der Tasten - Daniel Müller verantwortlich für Musical-Produktionsdesign

Es "zeppelint" in Friedrichshafen. Der Erstaufstieg eines Luftschiffes vor 100 Jahren wird demnächst groß gefeiert. Zur damaligen Premiere am Himmel gibt´s in der Jubiläumswoche eine Premiere auf der Bühne: die Erstaufführung des Zeppelin-Musicals "Herr der Lüfte". Stichwort genügt. Und schon ist Daniel Müller im Element. Seine rechte Hand wippt im Takt, während er Songs intoniert, Dialoge abspult. Kein Satz des Textbuchs, kein Takt der Partitur, der ihm nicht geläufig wäre. Dabei steht der Meckenbeurer gar nicht auf der Bühne, wenn sich am 8. Juli für das Musical "Herr der Lüfte" der Vorhang hebt.

Doch monatelang hat er jede Szene durchgespielt - bis sich in seinem Kopf die passenden Bilder fügten. Etwa, womit Graf Zeppelin auf Mississippi-Erkundung ging. Oder in welchem Zustand sich der Landeplatz nach einem Zeppelin-Unglück befand. Daniel Müller ist zuständig für Projektion, Bühnenbild und Requisite, auf Neudeutsch: Er hat das Screen-Book entworfen. Und er ist Perfektionist. Denn wenn ein Zeitungsverkäufer auf der Bühne den sensationellen Aufstieg eines französischen Luftschiffs anpreist, dann stimmt auf den Blättern, die er hochhält, sogar das Datum: 9. August 1884. Als Vorlage diente Müller ein Exemplar der damaligen Häfler Lokalzeitung "Seeblatt". Er wechselte Schlagzeile, Name und Datum aus - mit dem PC kein Problem. Aber eine Heidenarbeit.

Doch schließlich sollen die Requisiten stilecht sein. Tagelang hat Daniel Müller in Archiven geforscht und alten Wälzern geschmökert. Um beispielsweise herauszufinden, wie Lotteriescheine damals aussahen. Mit Glücksspiel wollte Graf Zeppelin bekanntlich sein Luftschiffprojekt finanziell ankurbeln. Müller hat eigens auch Lotteriescheine gestaltet. Die Lotteriescheine sollen im Publikum in Umlauf kommen. Der Meckenbeurer freut sich schon jetzt auf die Szene: "Das gibt eine tolle Interaktion. Losverkäufer gehen durch die Reihen - und dann kann jeder der Zuschauer kaufen." Sogar einen Lattenzaun hat Müller gezimmert. Wenn am Rand des Tempelhofer Flugfelds in Berlin das Luftschiff eines Zeppelin-Konkurrenten niedergeht, muss schließlich die erforderliche Absperrung da sein. Nicht alles auf der Bühne wird jedoch blanker "Realismus" sein. Aufstiege und Abstürze von Luftschiffen gerieten mit Requisiten schlicht zur Karikatur. Ohnehin ist szenischer Bombast nicht Müllers Ding. Der gelernte Multimedia-Produzent arbeitet deshalb mit aufwändigen Bild-Projektionen. Einen ganzen Tag war er mit seiner Kamera auf dem Gelände bei Kißlegg unterwegs, wo Luftschiff LZ 2 verbrannt ist. Für die Suche nach "Locations" verwendet Müller sehr viel Zeit. Auch den Friedrichshafener Flughafen hat er mit Weitwinkel abgelichtet, hat Maschinen und Abfertigungshallen wegretuschiert - und flugs ein Bild erhalten, das zum mehrfach verwendbaren Ballon- und Luftschiff-Landeplatz wurde. Ob Zeppelin in Amerika mit einem Fesselballon vor animiertem Hintergrund "aufsteigt", oder ein Luftschiff in Berlin abstürzt, immer ist es das bearbeitete Häfler Flughafengelände, vor dem sich dramatische Szenen abspielen. Müller hat Luftschiffe und verkohlte Luftschiff-Gerippe montiert, mit Verzerr-Effekten gearbeitet, Wolken, Rauch und gewaltige Schattenwürfe auf seine Bilder gepackt - eben mit allem gezaubert, was sein Computer hergab.

Fotografie und Mediengestaltung betrieb Müller lange Zeit nur als Hobby. Durch seine Arbeiten fand er Aufnahme an der Multimedia-Akademie Friedrichshafen zur Ausbildung zum Multimedia-Produzenten. Für seine Projekt-Abschlussarbeit kassierte er zusammen mit 2 weiteren Kommilitonen eine glatte Eins: eine interaktive CD-Rom zur Biografie Graf-Zeppelins. In der Friedrichshafener Industriegeschichte ist Müller bewandert. So folgte mittlerweile eine Auftragsarbeit für die MTU Friedrichshafen - zum 100. Geburtstag eine Darstellung des Lebens von Jean Raebel, damals die rechte Hand Karl Maybachs. Als Martin Weber, übrigens ein alter Klassenkollege, durch Zufall auf Müller traf und ihm vom Zeppelin-Musical-Projekt erzählte, war für Müller klar, dass er einsteigt. Und seine Ideen sprudeln. Angesichts der knappen Zeit und des knappen Etats muss er sich bremsen. "Was mich am meisten reizt", sagt Müller, "ist, Geschichte unterhaltsam zu vermitteln. Den Leuten die großartigen Leistungen von damals mit Mitteln von heute näher zu bringen."

Barbara Fülle


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25.01.2000 "100 Jahre Jean Raebel" - eine multimediale Ehrung - Festakt bei der MTU Friedrichshafen

Festakt bei der MTU Friedrichshafen am vergangen Samstag

Friedrichshafen - Auf Begeisterung stieß bei allen Gästen die Multimedia-Präsentation "100 Jahre Jean Raebel" beim Festakt im Karl-Maybach-Haus der MTU Friedrichshafen. Daniel Müller und seinen Mitstreitern ist eine Biografie der ganz besonderen Art gelungen: Eingebettet in die 100-jährige Industriegeschichte Friedrichshafens, lief das Leben Jean Raebels in seinen wichtigsten Sequenzen ab. Historische Aufnahmen und Filmsequenzen versetzten die Zuschauer zeitweise in das 19. Jahrhundert, sauber recherchierte geschichtliche Zusammenhänge verdeutlichten die Rahmenbedingungen der Stadt und Raebels.

Zeitzeugen, wie Maria Neumann, die viele Jahre eng mit Jean Raebel zusammenarbeitete, oder Horst Müller, der sich gut an so manche Fahrt mit Raebel im Maybach erinnert. Die Multivisions-Präsentation unterstrich, was die Festredner in der einen oder anderen Form über Raebel sagten: Er war ein außergewöhnlicher Unternehmer, dem das Wohl der Firma und ihrer Mitarbeiter sehr am Herzen lag. Durch Sätze wie den von Laudator Dr. Hans Dinger, dass Raebels Frau Friedl "wohl nicht nur einige Ecken und Kanten der Persönlichkeit Raebels zur besseren Verträglichkeit etwas gerundet" habe, zeichneten Jean Raebel postum so menschlich, wie er wohl zu Lebzeiten war.



Susann Ganzert


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(Fotos: Daniel Müller)



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22.01.2000

Zwanzig Minuten Industriegeschichte als Multimedia-Präsentation- Daniel Müller produziert Mulitmedia-Show

Daniel Müller produziert mit einem Team für die MTU Friedrichshafen eine multimediale Präsentation über den Industriellen Jean Raebel zu dessen 100. Geburtstag.

Daniel Müller, in Friedrichshafen ausgebildeter Multimedia-Produzent, weiß eigentlich nicht mehr so genau, wie das alles gekommen ist.

Viele einzelne Gründe führten dazu, dass er am heutigen Samstag den Festakt zum 100. Geburtstag Jean Raebels mit einer Multimedia-Präsentation bereichern wird, wie es sie diese in dieser Form bislang nicht gab.
Fotografie und Film waren schon lange die Hobbys von Daniel Müller. Weil er mehr daraus machen wollte, weil er das Computer-Know-how lernen wollte, studierte er an der Friedrichshafener Multimedia-Akademie. Bei einem Unternehmertag in der Akademie im Juni 1999 stellten er und seine Kommilitonen ihr CD-Rom-Projekt vor: Multimedial und interaktiv hatten Sie das Thema Zeppelin bearbeitet.
Auch Mitarbeiter der MTU waren nach Seemoos gekommen und fanden Gefallen an der Projekt-Idee und deren Umsetzung durch das Team. Vielleicht waren sie auch schon auf der Suche nach einer besonderen Umsetzung des Themas 100. Geburtstag von Jean Raebel und 100 Jahre Industriegeschichte in Friedrichshafen?
Einen Tag vor der Abschlussprüfung im Juli hatte Daniel Müller dann den ersten Besprechungstermin in der MTU:
Die Vorbereitungen begannen. "Wir waren ein Superteam", schwärmt der 28-jährige rückblickend. Zum Team gehörten Thomas Schuler und Ramona Weißenrieder, zwei BA-Studenten, die bei ihren Recherchen "wahnsinnig viel Eckdaten gesammelt haben", so Müller. Elmar Baur, ebenfalls BA-Student und Daniel Müller, dessen Vater Horst Müller einst Jean Raebel im guten alten Maybach fuhr, bearbeiteten die Rechercheergebnisse.
Heike Eckart schrieb im Rahmen ihres Praktikums in der MTU-Pressestelle ein professionelles Drehbuch. 26 Seiten hatte dieses Drehbuch anfangs - kein Wunder, geht es doch um 100 Jahre, zwei Weltkriege, wichtige Persönlichkeiten und Begebenheiten am Rande, die mit Jean Raebel und Friedrichshafen zu tun haben. Doch bei ersten Testaufnahmen stellte sich schnell heraus, dass die beiden Sprecher Martin Weber (für seine Musicals bekannt) und Heike Eckart allein für die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg 20 Minuten brauchten. So lange sollte die ganze Präsentation sein. Also musste radikal gekürzt werden. In der Endfassung hatte das Drehbuch vierzehn Seiten: Fotos, Bilder, altes Filmmaterial, vier Interviews mit Zeitzeugen, 22 Videoeinspielungen - Daniel Müller verspricht einen Spannungsbogen, der sich durch die ganze Geschichte ziehen wird. Interessante Menschen, wie Professor Dr. Zahn (ehem. Mitglied des Vorstandes der Daimler-Benz-AG Stutgart) - der heute Abend auch anwesend sein wird - kommen zu Wort.
Aufgeregt ist Daniel Müller nicht: "Wir haben alles im Kasten", sagt er. Bei einer Vor-Premiere Anfang des Jahres gab es viel Zustimmung und Müller meint: "Es ist besser, die Erwartungen zu übertreffen, als sie nur zu befriedigen".

Susann Ganzert


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19.01.2000 Daniel Müller verfilmt Jean Raebels Leben - einer der Höhepunkte des MTU Festakts

Einer der Höhepunkte beim Festakt zum 100. Geburtstag von Jean Raebel am Samstag Abend im Karl-Maybach-Haus der MTU wird die Multimedia-Show unter dem Motto: "100 Jahre Jean Raebel, 100 Jahre Industriegeschichte Friedrichshafen" sein, produziert vom 28-jährigen Daniel Müller

Der 28-jährige aus Meckenbeuren hat einst bei der MTU Friedrichshafen seine Ausbildung absolviert, war anschließend bei der Mutlimedia-Akademie eingeschrieben, die er als fertiger Multimedia-Produzent verließ, und hat jetzt in relativ kurzer Zeit seine erste eigene Multimedia-Show produziert. Als er bei einem Unternehmertag im
Oktober vergangenen Jahres seine Projektarbeit in Form einer interaktiven CD-Rom für das Zeppelin-Museum vorgestellt hat, kam man zusammen: Hier die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der MTU mit Dr. Albrecht Bamler, dort der fertige Multimedia-Produzent Daniel Müller, dessen Vorgabe lautete, in relativ kurzer Zeit die Geschichte
Jean Raebels und die der Industriegeschichte der Stadt aufzuarbeiten.
20 Minuten sollte die Präsentation dauern, doch schon bei den ersten Sprecher-Testaufnahmen war deutlich geworden, dass diese Zeit allenfalls bis zum Ersten Weltkrieg reichen würde, zu umfassend war die Füller der Informationen. Selbst jetzt, nachdem viele Passagen gestrichen worden sind, bleiben noch 36 Minuten.
Nach zähem Start haben sich auch Fotos gefunden. Hier trug Maria Neumann, die frühere Sekretärin Jean Raebels, mit ihrem Fundus ebenso bei wie Daniel Müllers Vater, der damals den Mayach-Werkswagen Jean Raebels fuhr, oder der Sohn des Bruders von Jean Raebel. Daniel Müller spricht von einer "sehr guten Mischung" und einem "schönen Spannungsbogen" bis hin zur Nachkriegszeit, Video-Einspielungen und selbst gedrehten Beiträgen. So wurden einige Szenen mit dem Maybach am Haus Jean Raebels und auf dem Werksgelände nachgedreht oder Interviews mit Zeitzeugen.
Darunter Maria Neumann (ehem. Sekretariatsleitung der Geschäftsführung Maybach) und Professor Joachim Zahn (ehem. Vorstandsmitglied der Daimler-Benz-AG Stuttgart), der am Samstag auch beim Festakt sein wird.

Unterstützt wurde der 28-jährige durch die BA-Studenten Ramona Weißenrieder und Thomas Schuler, die recherchierten, im Archiv wühlten und viel Material zusammengetragen haben. Heike Eckhard schrieb im Rahmen ihres Praktikums bei der MTU-Presseabteilung das so wichtige Drehbuch, uns sie machte das ausgezeichnet.
Elmar Baur von der BA schließlich sorgte zusammen mit Daniel Müller für die technische Umsetzung.

Siegfried Grosskopf


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